Haina/Löhlbach

Mehrheit spricht sich für Schulstandort in Haina aus

- Haina-Löhlbach (apa). Zwei verschiedenen Anträge haben die Gemeindevertreter am Dienstagabend zugestimmt. Während der eine neutral formuliert ist, spricht sich der andere klar für den Standort Haina aus.

Dem Sprecher der neuen Bürgerinitiative Löhlbach, Dr. Jochen Keute, wurde vor der Sitzung Rederecht erteilt. Er stellte die Sicht der Löhlbacher Eltern dar und forderte, bis zu einer endgültigen Entscheidung beide Schulstandorte zu erhalten und in einem Dorf die erste und zweite Klasse zu unterrichten und im anderen die dritte und vierte Klasse. Keute übergab eine Liste mit 785 Unterschriften von Bürgern, die sich für den Erhalt der Löhlbacher Schule aussprechen, an Bürgermeister Rudolf Backhaus.

Erst danach eröffnete Parlamentschef Hermann Möller die Sondersitzung. Drei Anträge lagen zunächst vor. Alle befassten sich mit einer Stellungnahme der Gemeinde zum Thema Grundschulstandort. Die Gemeinde kann zwar ihre Meinung gegenüber Schulamt und Landkreis vorbringen, entschieden wird über den Standort jedoch beim Landkreis. Der erste Antrag kam vom Gemeindevorstand. Darin wird der Landkreis aufgefordert, den Schulentwicklungsplan einzuhalten und damit mindestens eine Grundschule in der Großgemeinde zu erhalten. Die Leitung darf nicht gemeindeübergreifend sein – also nicht von Frankenau oder Gemünden erfolgen. Als oberste Maxime bei der Wahl des Standortes ist das Wohl der Kinder zu sehen. Die endgültige Entscheidung soll mit den politischen Gremien abgestimmt werden. Für diesen neutralen Antrag ohne Nennung eines bevorzugten Standortes sprachen sich neun Gemeindevertreter aus, die BGH stimmte mit fünf Stimmen dagegen. Sechs Parlamentarier, größtenteils aus den Reihen der SPD, enthielten sich.

Der zweite Antrag kam aus den Reihen der Bürgergemeinschaft Großgemeinde Haina (BGH). Sie hatten eine Resolution vorgelegt, die an das Staatliche Schulamt und an den Landkreis weitergeleitet werden soll. Zudem soll der Gemeindevorstand die genannten Positionen unterstützen. Inhalt der Resolution sind Forderungen an das Schulamt nach qualitativer und quantitativer Ausstattung der Grundschule in Haina, keine weiteren Gestattungen zum Schulwechsel für Kinder aus der Großgemeinde, sowie die Grundschule in Haina keiner fremden Schulleitung zu unterstellen. Der Landkreis wird aufgefordert, den Schulentwicklungsplan einzuhalten, das Schulangebot auf Haina zu konzentrieren und künftig die Beschulung aller Kinder der Großgemeinde in Haina sicherzustellen. Außerdem sind innerhalb der nächsten zwei Jahren die baulichen Voraussetzungen für eine Erweiterung der Schule in Haina zu schaffen. Für diesen BGH-Antrag stimmten elf von 20 Gemeindevertretern, darunter die Fraktion selbst. Zwei SPD-Mitglieder aus Löhlbach und die Freie Bürgerschaft Löhlbach (FBL) stimmten gegen den Antrag, der Haina als Grundschulstandort fordert.

Einen dritten Antrag hatte die FBL vorbereitet. Wohl wissend, dass sie keine Mehrheit für eine Festlegung auf den Schulstandort Löhlbach erhalten würden, hatten sie stattdessen eine Wirtschaftlichkeitsberechnung gefordert, die alle Kosten wie nötige Sanierungen, Bauarbeiten, Transport der Kinder und den Betrieb der Schulgebäude gegenüberstellen sollte. Sie solle als Grundlage für die Standortentscheidung gelten. Allerdings zog die Fraktion den Antrag zurück und entschied sich stattdessen für den Vorschlag des Gemeindevorstandes.

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