Kiste mit Kreuz wurde geöffnet

Metallsarg gibt Rätsel auf: Polizei vermutete  menschliche Überreste

+
Mit Kreuz: Dieser Metallsarg beschäftigte die Bad Wildunger Polizei mit aufwändigen Ermittlungen. Darin lag ein Hundekadaver. Foto:  Polizei

Laisa/Bad Wildungen. Ein verschweißter Metallsarg aus einem Müllcontainer in Laisa hat die Polizei vor ein Rätsel gestellt. Anfangs war sogar vermutet worden, es handele sich um menschliche Überreste im Sarg.

Jetzt ist aber ein Hundekadaver darin entdeckt worden, möglicherweise handelt es sich um einen Chow Chow. Nun sucht die Polizei den Hundebesitzer.

Eine Müllentsorgungsfirma hatte den Bauschuttcontainer am 31. Mai in Laisa abgeholt und zur Entsorgung nach Bad Wildungen gebracht. Beim Ausladen fiel den Arbeitern eine sargähnliche Kiste auf, und sie verständigten die Bad Wildunger Polizei. Auch das Landeskriminalamt, Ärzte und Tierärzte wurden beteiligt, um den Fall zu lösen.

Aktualisiert um 11.55 Uhr

Da nicht klar war, was sich in der Kiste befindet, wurde sie zunächst nicht geöffnet. Die Metallkiste stellte die Beamten vor ein Rätsel, berichtete Volker König, Sprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg.

Die Kiste ist etwa 80 Zentimeter lang und 40 Zentimeter hoch und breit. Die Nähte waren fachmännisch verschweißt und auf dem Deckel war ein Kreuz angebracht. Ohne Hilfsmittel ließ sich die Kiste nicht öffnen. Die Beamten riefen das Landeskriminalamt zur Hilfe, das sich am 3. Juni mit einem Spezialfahrzeug auf dem Weg nach Bad Wildungen machte. Mit einem Röntgengerät wurde der Sarg untersucht. Allerdings brachten die Aufnahmen kein eindeutiges Ergebnis. Durch die Materialdicke des Metalls konnte man lediglich erkennen, dass sich organische Reste und Knochen in der Kiste befinden. Allerdings konnte man nicht feststellen, ob die Knochen von einem Menschen oder einem Tier stammten.

Die Röntgenaufnahmen wurden deshalb Ärzten einer Klinik und auch einer Tierärztin vorgelegt. Aber auch hier gab es keinen eindeutigen Befund. Es blieb also nichts anderes übrig, als die Kiste zu öffnen. Sie wurde deshalb ins Institut für Rechtsmedizin nach Gießen transportiert.

Polizeibeamte aus Bad Wildungen und ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, bewaffnet mit Bohrmaschine und Trennschleifer, begleiteten die Kiste am Donnerstag, 5. Juni, nach Gießen. Nachdem die Kiste mühevoll geöffnet und der Inhalt untersucht werden konnte, war schnell klar, dass sich in dem Metallsarg ein größerer dunkelbrauner Hundekadaver befand. Er lag auf einer Decke und war mit einem Kissen gepolstert. Vermutlich handelt es sich bei dem Hund um einen Chow-Chow. Wann er in der Kiste bestattet wurde, könne man allerdings nicht sagen, weil die Kiste luftdicht verschlossen war. Er könnte bereits seit geraumer Zeit in der Kiste liegen, denn der Sarg war bereits angerostet.

Wie Polizeisprecher Volker König der HNA erläuterte, stand der betreffende Müllcontainer in der Hainstraße, dort war ein Haus entrümpelt worden. Die rätselhafte Kiste müsse aber nicht aus dem Haus stammen, auch nicht unbedingt aus Laisa. "Der Container stand über mehrere Tage frei zugänglich an der Straße", so König. Die Suche nach dem Hundebesitzer dauert also noch an. (nh/jpa) 

Hinweise: Die Polizei Bad Wildungen bittet um Hinweise; Tel. 05621/70900 (Bad Wildungen) oder 06451/72030 (Frankenberg).

Mehr lesen Sie in der gedrucken Ausgabe der Frankenberger Allgemeinen am Samstag.

Quelle: HNA

Kommentare