Haftstrafe zur Bewährung für 45-Jährige aus Frankenberg

Mindestens 5500 Euro vom Sozialamt erschlichen

Frankenberg - Weil sie über Jahre hinweg Geld verdient hatte, ohne dies beim Kreisjobcenter anzugeben, und deshalb unberechtigt hohe Sozialleistungen bezogen hatte, stand eine 45-jährige Frankenbergerin gestern wegen gewerbsmäßigen Betruges vor Gericht.

Richterin Andrea Hülshorst verurteilte sie zu einer Haftstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt ist. Außerdem muss die Frau 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die Frankenbergerin hatte von 2008 bis 2010 Altmetall und Schrott gesammelt und an ein Korbacher Unternehmen verkauft. Die Einnahmen gab sie beim Kreisjobcenter bewusst nicht an, weil das ihre Leistungen verringert hätte. So entstand ein Gesamtschaden von mehr als 12.000 Euro. Allerdings wurde diese Summe während des Prozesses auf 5500 Euro gemindert. Denn die Angeklagte erklärte, nur die Hälfte der Einnahmen für den Metallschrott behalten zu haben - den Rest habe eine Frau bekommen, die der Frankenbergerin mehrfach Vollmachten ausgestellt hatte, in ihrem Namen Altmetall zu verkaufen. Da diese Behauptung vor Gericht nicht widerlegt werden konnte, gingen sowohl Staatsanwaltschaft als auch die Richterin davon aus, dass tatsächlich nur die Hälfte der Einnahmen bei der Frankenbergerin verblieben - auch wenn die andere Frau, die in Baden-Württemberg lebt, behauptete, kein Geld erhalten zu haben.

Die Angeklagte räumte vor Gericht sofort ein, dass die Beschuldigungen zutreffend sind. „Ich kann nichts verschönern“, sagte sie. Es sei ein großer Fehler gewesen - aber „ganz schön verführerisch“, erklärte sie. Von dem Geld, das sie mit dem Schrottverkauf verdiente, habe sie Kleidung und nützliche Dinge für ihre Familie gekauft.

Die Angeklagte war wegen Betruges und Diebstahl schon vorbestraft, ist allerdings seit einigen Jahren straffrei gewesen. Strafmildernd wertete das Gericht das Geständnis der 45-Jährigen. (apa)

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