Acht Chöre aus dem Kreis und der Nachbarschaft zeigen beim Reddighäuser Liederabend ihr Repertoire

Mitsingen, schunkeln, nachdenken

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Die Gastgeber des Jubiläumschors aus Reddighausen gaben sich beim Liederabend in der Reddighäuser Festhalle als letztes die Ehre – sie wurden um eine Zugabe gebeten und gaben diese auch.

Hatzfeld-Reddighausen - Begeisterung drückt sich entweder im absoluten Schweigen des Publikums, oder im rauschenden Mitmachen aus. In Reddighausen gab es am Freitagabend beides - der Liederabend eröffnete das Dorffest von Chorgemeinschaft und Schützenverein gebührend.

Für Sänger ist es eine Binsenweisheit: Singen macht Spaß. Dem Zuschauer muss das immer wieder bewiesen werden - gut, dass es Veranstaltungen wie den Liederabend zum Auftakt des Reddighäuser Dorffestes am Freitagabend gibt. Denn dort hatten nicht nur die Protagonisten Spaß, sondern gerade auch das Publikum. Die Chöre nämlich waren nicht einfach nur gut, sondern meist herausragend -und gingen ihr ernstes Handwerk meist mit einem gewissen Augenzwinkern an, als hätte der eine oder andere Sänger den sprichwörtlichen Schalk im Nacken. So mischte sich in die Strophen immer wieder Gelächter oder der verdiente Applaus aus dem Publikum.

Für seine humorigen Auftritte bekannt ist der Bottendorfer Männergesangverein, der schon von ihren Bänken aus immer wieder Lieder anstimmte und auf der Bühne unter Horst-Werner Bremmer zur Höchstform auflief. Mit vollem Körpereinsatz interpretierten sie unter anderem „Wie kann es sein“ der A-Capella-Kombo Wise Guys.

Dem vorausgegangen war das großartige „Adiemus“ von Karl Jenkins, das einst eine Flug-gesellschaft berühmt machte. Die Damen des Chores „New Voices“ aus dem Fritzlarer Stadtteil Geismar unter Sonja Störmer hätten nur ein wenig mehr Druck gebraucht, um ein Meisterwerk hinzulegen - doch auch so gehörte der Titel zu den Höhepunkten des Abends. Zusammen mit einigen zusätzlichen Herren hatte Störmer schon vor der Pause auf der Bühne gestanden und unter anderem mit „Heute hier, morgen dort“ unterhalten.

Den Anfang des Abend hatten Gäste aus Nordrhein-Westfalen markiert, der MGV Beddelhausen und der Adrana-Chor aus Schwarzenau. Letztere sorgten mit „Toss the Pot“ erstmals für Schunkeln-Atmosphäre in der Festhalle. Der MGV Ellershausen präsentierte klassisches Chor-Repertoire auf den Punkt gebracht - etwa die „Abendruhe“ von Rolf Kern.

Bevor Reddighausens Chorleiter Karl-Heinz Wenzel zum Abschluss des Abends die Gastgeber selbst auf die Bühne holte, präsentierten sich seine Männer aus der Marbach - sie zeigten ein buntes Programm: schwierig der Zottelmarsch, der ohne Text auskommt, brillant das „O sole mio“, bei dem Wenzel wieder einmal zeigte, dass er nicht nur das Leiten von Chören beherrscht, sondern auch das Singen selbst. Die Reddighäuser setzten schließlich mit „Moskau“ einen Schlussakkord, der zum Weitermachen animierte - und so mussten sie „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern oben drauf setzen, gesungen auf Reddighäuser Platt.

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