Frankenberg

Wie ein Mobiltelefon zur Waffe wird

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- Frankenberg (jos). Mit drei Aufführungen einer Tourneetheatergruppe und anschließenden Diskussionsrunden rückt Stadtjugendpflegerin Heike Höhl das Thema „Cyber-Mobing“ in den Mittelpunkt. Am Donnerstag waren rund 350 Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren in der Ederberglandhalle zu Gast, Freitag (4.11.) werden noch mehr 13- bis 16-Jährige erwartet.

Mit der Organisation des Theater-Gastspiels geht es der Frankenberger Stadtjugendpflege nicht darum, den Schülern eine kulturelle Veranstaltung zu bieten. Das Theater ist vielmehr Mittel zum Zweck: Es soll den Kindern und Jugendlichen den Zugang zu einem Thema erleichtern, das vielfach unterschätzt wird – „Cyber-Mobbing“. Was verbirgt sich überhaupt hinter diesem Begriff? Früher bedeutete Gewalt auf dem Schulhof, dass sich Kinder prügeln. Doch heutzutage kann auch ein Mobiltelefon zur gemeinen Waffe werden.

Genau darum geht es in dem Stück „Rausgemobbt“, das einen typischen Fall von Cyber-Mobbing aufgreift: Die fiese Lissy filmt Nathalie auf der Toilette mit ihrem Handy. Sie stellt das Video ins Internet und verschickt die Adresse, unter der der Film zu finden ist, per E-Mail an einen großen Verteiler. Lissy ist sogar so hinterhältig, dass sie Nathalies Klassenkameraden Nikolas dazu bringt, den Link zu dem Video an sämtliche Schulfreunde zu verschicken. Nathalie erhält daraufhin unentwegt Kurznachrichten auf ihr Handy und über das Internet, in denen sich Leute über sie lustig machen. Die Verbreitung des Videos ist nicht zu stoppen. In rasantem Tempo tauchen sogar veränderte Versionen des Clips im Internet auf. Nathalie kommt mehrere Tage lang nicht zur Schule, bis Nikolas seinen Fehler einsieht und seine Klassenkameradin zu Hause besucht. Er hat ein schlechtes Gewissen, hat er doch ausgerechnet die Person verraten, die ihn vorher noch unterstützt hatte – denn auch Nikolas war von Lissy erpresst und gemobbt worden. Gemeinsam entwickeln Nikolas und Nathalie einen Plan und sorgen dafür, dass die Videos aus dem Internet verschwinden.

In der anschließenden Diskussionsrunde wollten die drei Schauspieler Jacqueline Grygier-Bethke, Veronika Franzen und Marcus Klapproth von den Schülern unter anderem wissen, ob sie mit ihren Eltern Regeln für die Nutzung des Internets vereinbart haben. Aus den Beiträgen der Kinder wurde deutlich, dass den meisten die gängigen Videoportale und die so genannten sozialen Netzwerke im Internet ein Begriff sind. Aber wissen die Kinder auch, wie sie sich im Netz schützen können gegen Cyber-Mobbing? Der wichtigste Tipp der Schauspieler an die Kinder: Achtet auf die Einstellungen unter „Privatsphäre“. Damit können die von den Internetnutzern angelegten Profile geschützt und nur für Freunde zugänglich gemacht werden.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 4. November

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