Frankenberg

Modehaus Käufler folgt den Rufen der Innenstadt und zieht bei Schreiber ein

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- Frankenberg (rou). Frankenberg ist stark in Mode – und das seit vielen Jahren. Die Fußgängerzone wird ab Winter noch stärker: Das alteingesessene Modehaus Käufler siedelt aus der Jahnstraße in die Schreiber-Immobilie um.

Chancen müssen genutzt werden. Getreu diesem Motto hat sich die Familie Käufler nach 33 Jahren am Standort Jahnstraße für einen Umzug entschieden. „In der Immobilie der Firma Schreiber bietet sich uns die Chance, uns für die Zukunft gut aufzustellen“, begründet Firmeninhaber Peter Käufler die Entscheidung. „Das ist ein großer Schritt für uns, zu dem auch Mut gehört“, sagt er. Den endgültigen Ausschlag habe schließlich die allgemeine Entwicklung in der Neustädter Straße gegeben.

Spontane Einkäufe

„Die Fußgängerzone hat schwierige Zeiten hinter sich“, stellt Käufler fest. Seit einigen Monaten kristallisiere sich jedoch heraus, dass die Attraktivität der Neustädter Straße weiter gesteigert würde. Als Beispiele nennt er die Investitionen der Firmen Heinze und Eitzenhöfer, aber auch die geplanten Erweiterungen und Modernisierungen zahlreicher weiterer inhabergeführter Fachgeschäfte. Käufler glaubt, dass sich trotz der von den Galerie-Diskussionen ausgelösten Unsicherheit ein neues Gefühl des Selbstvertrauens in der Stadt breitmacht. Und er ist guter Hoffnung, dass dies auch die Kunden zu schätzen wissen und somit der „Mut aller Kaufleute“ belohnt wird.

Seit Jahren haben sich Peter und seine Frau Katja, aber auch Ilse und Heinz Käufler Gedanken über Veränderungen ihres Modehauses in der Jahnstraße gemacht. Zwei Probleme galt es zu lösen: „Für unsere Branche hatten wir in der Jahnstraße zu wenig Frequenz.“ Dankbar sei er über die große Zahl der treuen Stammkunden, die zum Teil auch von weit her seit Jahren gezielt zum Einkauf anreisen. „Spontankäufe hatten wir aber kaum“, betont Peter Käufler, „nicht einmal von den Stadtfesten haben wir in der Jahnstraße etwas abbekommen. Bei Mode spielt Spontaneität aber eine entscheidende Rolle.“

In unmittelbarem Zusammenhang mit den Spontankäufen steht das zweite Problem: Käuflers sind lediglich Mieter der Immobilie in der Jahnstraße. Der Vermieter wollte jedoch nicht in dem Maße in die Modernisierung des Gebäudes investieren, wie es sich die Mieter gewünscht haben. „Vorbeifahrende Kunden haben bislang nicht das Gefühl, dass wir ein familiengeführtes, hochwertiges Fachgeschäft sind.“ Und viele Frankenberger würden durch die Jahnstraße fahren, ohne bewusst wahrzunehmen, „dass es uns gibt“, sagt Käufler.

350 Quadratmeter

Die durch den Umzug der Buchhandlung Schreiber in das Haus Eitzenhöfer II frei gewordene Fläche im Gebäude Neustädter Straße 2 erfüllt laut Peter Käufler alle erforderlichen Voraussetzungen: „Die Lage ist toll, das Umfeld mit weiteren inhabergeführten Fachgeschäften vom Modehaus Heinemann bis zu Leder Himmel ist hervorragend, und im Rücken haben wir noch das Parkhaus.“ Für die Kunden ändere sich somit auch an der Erreichbarkeit wenig. Diese Chance habe deshalb genutzt werden müssen. „Frankenberg ist traditionell stark in Mode. Und diese Ecke ist künftig besonders stark in Mode“, betont der Firmenchef.

Zum Herbststadtfest am 27. September will Käufler in der Jahnstraße mit einem Ausverkauf beginnen, im Laufe des Novembers soll dann das neue Geschäft am Eingang zur Fußgängerzone eröffnen. Ende des Jahres will die Familie Käufler den Laden in der Jahnstraße endgültig schließen. Für die Kundschaft soll sich am neuen Standort nicht viel ändern. „An der Zielgruppe und unseren Marken ändern wir nichts, nehmen sogar noch die ein oder andere Marke hinzu, die am neuen Standort vielleicht nachgefragt wird“, versichert Peter Käufler.

„Gleiches Sortiment, gleiche Beratung, neues Umfeld“, so beschreibt sein Vater Heinz Käufler den Wechsel. „Wir wollten nicht stehenbleiben, wollen mit dem Umzug aber auch nicht unsere Wurzeln herausreißen. Wir bleiben der Größenspezialist in Frankenberg“, sagt der Senior-Chef und betont, dass er sich wie die 13 Angestellten auf die neue Aufgabe freue. Allein durch die beachteten Schaufenster würden sich nun neue Möglichkeiten für das Modehaus ergeben.

Die Rückbesinnung auf die Fußgängerzone hält unterdessen auch bei anderen Händlern an. So öffnet das Einrichtungshaus Huthwelker im Gebäude Ritterstraße 2 künftig dreimal pro Woche die Türen, um parallel zum Geschäft in der Straße Am Grün die Kunden in die Welt der Möbel zu entführen – auch dadurch rückt die Fußgängerzone wieder ein Stück näher an die Altstadt heran. Dabei waren die Stadtväter bislang doch davon ausgegangen, dass die Fußgängerzone vor allem attraktiver an den Bahnhof samt des für die Eder-Galerie reservierten Areals angebunden werden muss.

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