Battenberg

Von Möpsen, Steinläusen und Männern

- Battenberg (gl). Theater à la Loriot und ein Vier-Gänge-Menü wurde 104 Gästen am Samstagabend in der Battenberger Burgberghalle serviert.

„Wir hätten die ganze Burgberghalle füllen können, so groß war die Nachfrage“, sagte Battenberges Bürgermeister Heinfried Horsel zur Begrüßung. Bewusst aber habe es nur 104 Karten gegeben, um eine angenehmere Atmosphäre zu schaffen. Die Besucher erwartete nicht nur ein lustiger Abend mit dem Besten von Loriot, sondern ebenso mit dem Besten der Burgwaldstuben aus Ernsthausen. Küchenchefin Ruth Oertel hatte ein Vier-Gänge-Menu zubereitet, das zwar klassisch, aber dennoch ausgesprochen schmackhaft war (siehe Hintergrund). In den Spielpausen des Künstlerpaares Indra Janorschke und Dario Weberg vom Dortmunder „Litera Tour Theater“ servierte Oertels Team rasch und unauffällig Gang auf Gang. Janorschke und Weberg begannen ihr Spiel nach dem zweiten Gang in den Rollen von Loriot und Evelyn Hamann, die wiederum als Ehepaar darum stritten, welches Kleid der Dame denn nun besser passe: rot, blau oder doch lieber hellgrün. „Über den Benzinpreis oder die Ölkrise macht ihr euch Gedanken, aber über nichts wichtiges“, tadelt die Frau ihren Gatten auf dem Sofa. Es folgen weitere Grundsatzdiskussionen, etwa um die Frage, warum ein Frühstücksei mal hart, mal weich sei. Auch beim feierabendlichen Entspannen vor dem Fernseher fährt die Ehefrau ihrem sichtlich genervten Mann in die Parade, will wissen, warum er denn nicht endlich mal etwas tun könne. Typisch Loriot eskaliert die Situation, bis der Ehemann sich schreiend ereifert: „Ich brülle dich nicht an!“ – Szenen einer Ehe.

Ebenso ein Klassiker Loriots ist das „Fernsehmonster“ Victor Dornberger. Mit abscheulich vorgeschobenem Gebiss und feuchter Aussprache erklärt er in einem Interview der Reporterin, er sei „sehr wählerisch, nehme nicht jede“. Weiter ging es mit Dario Weberg als Dr. Bernhard Grzimek, dem ehemaligen Direktor des Frankfurter Zoos, der über die „Steinlaus“ referierte, während Indra Janorschke als Professorin Ilse Blümel über Hunde und das Fernsehen referierte.Ein Höhepunkt des Abends: „Liebe im Büro“. Zum Diktat soll die Sekretärin im Büro ihres Chefs erscheinen. Was folgt ist eine wüste Liebeserklärung: „Sagen Sie jetzt einfach Karl-Heinz zu mir“, schmachtet der Vorgesetzte die verstörte Dame an, um im selben Moment einen verschlampten Auftrag unter dem Sofa zu entdecken und wutentbrannt wieder ins Sie zu wechseln.

Aktives Mitmachen war im Anschluss gefragt. Dario Weberg gab das „Lied von der Mietzekatze“ zum Besten. Ursprünglich gesungen von der Loriot-Figur Wum, dem Hund, bestand der Refrain aus Hundejaulen. Textsicherheit war daher von den Gästen weniger gefragt, als ein gewisser Hang zum Animalischen, um in das Gejaule einzustimmen. Freudig machten jedoch viele der Gäste mit, hatte das Komikerpaar Janorsche und Weberg ihnen doch in den vorangegangenen Stunden jede Menge Tränen der Freude in die Augen getrieben.Nach einem 15-minütigen Heinz-Erhard-Spezial von Dario Weberg verabschiedete sich die Gesellschaft nach mehr als fünf Stunden Gaumenfreuden und Lachmuskeltraining in die Battenberger Nacht, ein Lächeln im Gesicht.

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