Ein mörderisches Dreieck im Landkreis

Widmung für die Edertalschule: Auch Schulleiter Stefan Hermes (rechts) holte sich ein Autogramm von Autor Gert Anhalt, der im Frankenberger Rathaus aus seinem Frankenberg-Krimi „Mordsmäßig schmalzig“ las. Foto:  Paulus

Frankenberg. Ein Buch zu lesen ist das eine, es vom Autor persönlich vorgelesen zu bekommen, nochmal etwas ganz anderes. 

Gert Anhalt hat am Donnerstagabend vor 100 aufmerksamen Zuhörern im Sitzungszimmer des Frankenberger Rathauses aus seinem Krimi „Mordsmäßig schmalzig" vorgelesen.

Und er hat Fragen über sich und die Entstehungsgeschichte des Buches beantwortet, das im „mörderischen Dreieck zwischen Frankenberg, Korbach und Bad Wildungen“ spielt, wie der 51-Jährige es formulierte, der in Bad Wildungen geboren und in Haubern aufgewachsen ist.

Den Ort der Lesung hätte die Buchhandlung Jakobi als Veranstalter nicht besser wählen können, denn das nun 505 Jahre alte Rathaus kommt auf Seite 32 selbst vor in Anhalts Buch: „Ein altes Rathaus mit zehn Türmen, das wunderbar in die Miniaturstadt einer Modelleisenbahn gepasst hätte“, heißt es zu Beginn des zweiten Kapitels.

Gert Anhalt arbeitet für das ZDF und war zehn Jahre lang Korrespondent in Japan und China. Er hat bereits Japan-Krimis und unter dem Pseudonym Raymond A Scofield andere Romane geschrieben. Auch für Zeitschriften schreibt er kleine Krimis. „Irgendwann habe ich mich entschlossen, Frankenberg auf die Krimi-Landkarte zu setzen.“ Die Idee sei bei seinem Petter Heinz in Frankenberg am Kaffeetisch entstanden.

Vor etwa einem Jahr habe die Recherche zu „Mordsmäßig schmalzig“ begonnen, ein halbes Jahr lang habe er jeden Tag an dem Buch gearbeitet. „Ich habe mit dem Ende angefangen, man muss ja wissen, wo es hingeht“, erläuterte er, ohne das Ende des Kriminalfalls um den toten Schlagerstar Henny Winkler aus Frankenberg zu verraten, denn viele der Zuhörer hatten das Buch noch nicht gelesen, das erst am 1. Dezember erschienen ist.

Einen Regional-Krimi zu schreiben, sei eine Gratwanderung, sagte Anhalt. „Alle anderen, die Frankenberg nicht kennen, sollen das Buch ja auch lesen.“ Der Verlag Knaur & Droemer aus München habe seine Idee eines Frankenberg-Krimis zunächst auch abgelehnt. „Das war ein Kampf. Die haben mich gefragt, ob ich nicht lieber über Rotterdam schreiben will“, erzählte Anhalt.

Auch wenn der Hauptdarsteller ein Polizist aus Frankfurt ist, der nach Frankenberg versetzt wird, gehe es ihm in dem Buch nicht um den ewigen Kampf zwischen Großstadt und Provinz. „Ich möchte das Buch als Bekenntnis zur Provinz verstanden wissen. Provinz ist für mich immer positiv besetzt“, sagte er.

Und wird es eine Fortsetzung geben? „Das kommt darauf an, ob den Leuten das Buch gefällt und ob sie wissen wollen, wie es weitergeht“, sagte Anhalt, der nach Lesung und Fragerunde noch etliche Bücher signieren musste.

Von Jörg Paulus

Quelle: HNA

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