Gespräch mit dem gastronomischen Urgestein

„Mones trifft“ Heini Vöhl

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Frankenberg - Heini Vöhl, ein Spross aus „altem Stadtadel“ und 
im besten Sinne eines der letzten Originale in der Stadt von Iller und Mones, erzählt in der zweiten 
Folge von „Mones trifft“ aus seinem Leben.

Heini Vöhl, im Februar 90 Jahre alt geworden, ist gelernter Bäckermeister. In Kassel bestand er nach 
Kriegsteilnahme und Gefangenschaft die Meisterprüfung. 
Früh musste er nach dem Tod des Vaters den elterlichen 
 Betrieb übernehmen: Bäckerei und Gastwirtschaft. Nach der Währungsreform legte er den Schwerpunkt auf „Gastronomie“, und so ist es geblieben. „Vöhls Heini“ zählt bis heute zu den populärsten Gasthöfen im Frankenberger Land. Er selbst 
war Gastwirt aus Überzeugung und Leidenschaft, dabei stets 
volkstümlich und verbindlich.

Als 30-Jähriger übernahm er 1952 das Amt des Vorsitzenden des Hotel- und Gaststättenverbandes, Altkreis Frankenberg. 40 lange Jahre leitete er die Geschicke der Kreisvereinigung, der nahezu jeder Gastwirt angehörte. Vier Jahrzehnte gehörte er dem Bezirksvorstand Kassel an: „Ich habe in dieser Zeit nie eine Sitzung oder Tagung versäumt“. Seine Souveränität, sein Engagement und sein Sachverstand wurden von Verbandsseite stets als vorbildlich gewürdigt.

Vielen Exil-Frankenbergern gilt „Vöhls Heini“ als das Synonym für die „ferne liebe Heimstadt am Bergeshang“. Denn, wo treffen sich Schulklassen von anno dazumal? Bei „Vöhls Heini“, obwohl die Galions-
figur nicht mehr am Zapfhahn steht. Generationen von Gymnasiasten feierten hier ihr 
„Abi“. Politiker aller Parteien, Handwerker, Bankdirektoren, Minister, Dichter und Bauern kehrten und kehren hier ein.

Heini wusste zu jeder Zeit, was er wollte, und nahm jede Gelegenheit wahr, um eine „gute Mark“ zu machen. Er war jahrzehntelang Frabuna-Karnevals-Wirt in der Kulturhalle mit fabelhaftem Service: „Viele Freunde haben mich unterstützt, 
ein prima Zusammenhalt“.Mit 65 drehte Heini Vöhl dann den „Zapfhahn nach oben“ 
und trat in den Ruhestand. Seit zehn Jahren ist sein Neffe Frank Krones „in bestem Einvernehmen“ Chef der Gastwirtschaft – und auf dem besten Weg, 
ebenfalls ein Frankenberger Original zu werden. Heini Vöhl indes genießt das Alter, und hält es mehr und mehr mit Goethe, der dem Wein frönte.

Serie der Frankenberger Zeitung

„Mones trifft“, so lautet der Titel einer multimedial angelegten Serie der Frankenberger Zeitung. Einmal im Monat verabredet sich Horst Giebel alias „Mones“ mit einer bekannten Persönlichkeit aus dem Frankenberger Land zu einem exklusiven Treffen: 
an einem Ort, der für den 
Gesprächspartner bedeutend ist. Dies kann im heimischen Wohnzimmer, an einem Platz in der Natur oder auch in 
einem Museum sein. Geplaudert wird dabei im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt, über das Leben und den Tod, über die Stärken und die Schwächen, über die Lebensleistung, aber auch über Ziele und Wünsche. Mit einer Videokamera wird diese Unterhaltung aufgezeichnet: Es entsteht ein bewegtes und zugleich bewegendes 
Dokument der Zeitgeschichte, das in dieser Form im Frankenberger Land einzigartig ist. Der 10- bis 15-minütige Film ist im Internet auf der Homepage der Frankenberger Zeitung unter www.wlz-fz.de zu sehen. In der Tageszeitung wird tagesaktuell auf den Beitrag verwiesen, außerdem stellt die FZ-Redaktion den Gesprächspartner von 
„Mones“ kurz und knapp vor.Die erste Folge von „Mones trifft“ ist am 1. Dezember erschienen. Das Video von dem Treffen von Horst Giebel und „Wanderpapst“ Walter Sellmann ist online unter www.wlz-fz.de zu sehen.

Zur Person: „Mones“ alias Horst Giebel

Den Leserinnen und Lesern der Heimatzeitung ist „Mones“ alias Horst Giebel bestens bekannt, greift er doch seit mehr als drei Jahrzehn-ten in seiner montags bis samstags auf der ersten Lokalseite der Frankenberger Zeitung erscheinenden „Mones“-Glosse Randnotizen auf, regt zum Nachdenken an, legt den Finger sprichwörtlich in die Wunde oder sorgt mit kleinen Anekdoten für einen launigen Start in den Tag. 32 Jahre lang arbeitete Giebel als Redakteur und Redaktionsleiter für die Heimatzeitung, als freier Mitarbeiter ist er der FZ auch nach seinem Ausscheiden 2006 treu geblieben: Er schreibt den „Mones“, berichtet aus der Region und zeichnet für die FZ-Heimatbeilage „Unser Frankenberger Land“ und den „Frankenberger Heimatkalender“ verantwortlich.

Horst Giebel kennt Land und vor allem Leute wie kaum ein Zweiter. Fast alle Gesprächspartner der neuen Serie „Mones trifft“ hat der Charakterkopf mit Schnauzer über viele Jahre begleitet– man ist sich
vertraut, bei aller er-
forderlichen journalistischen Distanz. Und das ist den Filmen anzusehen. Mit seiner liebenswürdigen Art und Weise und mit dem „Mones“-typischen Wortwitz nähert er sich seinen Gesprächspartnern, die ihm sehr persönliche Einblicke in ihr Leben 
geben. Bewegende Film-Beiträge sind das Ergebnis.

Von Rouven Raatz

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