Aus dem Leben der eniorchefin des weltweit bekannten Möbelherstellers

„Mones trifft“ Jolantha „Joy“ Thonet

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Jolantha „Joy“ Thonet blickt im Gespräch mit Horst Giebel alias Mones auf ihr bewegtes Leben zurück. Foto: Tim Heinrichs-Noll

Frankenberg - Die „Grande Dame“ des weltweit operierenden Unternehmens Thonet erfreut sich großer Wertschätzung; nicht zuletzt wegen ihrer Lebensleistung, ihrer würdevollen Herzenswärme und ihres Erfahrungsschatzes.

Die Wiege von Jolantha „Joy“ Thonet geb. Momberger stand in Freiburg im Breisgau. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Elisabethenschule in Frankfurt am Main. Im blühenden Alter von 20 Jahren lernte sie bei einer festlichen Veranstaltung ihren späteren Ehemann, den damals 30-jährigen Diplom-Ingenieur Georg Thonet kennen. Hochzeit wurde am 8. Februar 1942 gefeiert, und zwar in Wien an der Donau. Die österreichische Metropole hat es der „charmanten Dame“ bis heute angetan.

Seit Februar 1942 lebt Joy Thonet in Frankenberg. Sie war zunächst relativ oft mit ihrem Mann unterwegs, hauptsächlich im europäischen Ausland, aber auch in Amerika: „Wir mussten Aufträge für unser Unternehmen ordern, neue Verbindungen knüpfen und Kunden werben.“ Das seien damals schwere Jahre gewesen. Thonet hatte seinerzeit 300 Mitarbeiter und war damit größter Arbeitgeber im Frankenberg er Land.

1943 wurde der „Chef“ zur Wehrmacht eingezogen. Die Turbulenzen jener Zeit musste sie nun allein bewältigen: 1945 wurde die mutige, nie verzagende Chefin Augenzeugin des verheerenden Bombenangriffs, der ihre Firma in Schutt und Asche legte. Nach Kriegsende begann der Wiederaufbau: „Wir hatten tüchtige, motivierte Mitarbeiter und ab Mitte der Fünfzigerjahre ging es dann richtig bergauf.“

Die heute 93-Jährige erinnert sich: „Damals stand neben unserer Firma ein sogenanntes Arbeitshaus - heute Thonet-Museum. Dort wohnten 80 Mitarbeiter und deren kinderreiche Familien aus der Slowakei. Das waren durchweg Katholiken und fleißige Kirchgänger. Ich weiß noch, wie sie abends ihre Lieder sangen. Viele dieser Mitarbeiter sind in Frankenberg geblieben und voll integriert.“

In jener Zeit setzte sich die gläubige Katholikin Joy Thonet maßgeblich für den Bau einer neuen katholischen Kirche ein, da das alte Gotteshaus aus 1892/93 zu klein geworden war. Deutschordenspriester betreuen heute die katholische Kirchengemeinde St. Maria Himmelfahrt sowie das Frankenberger Umland.

Joy Thonet ist Mutter von drei Söhnen, 1943 wurde Sohn Claus geboren, 1947 erblickte Peter das Licht der Welt und 1957 komplettierte Philipp das Trio. Bis heute sorgt die Seniorchefin für den Zusammenhalt des großen, rund 120 Angehörige zählenden Thonet-Verbandes.

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