Battenberg

Aus „Mountbatten“ in die weite Welt

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- Battenberg (gl). Battenberg steht kopf – zumindest ein bisschen. Die Hochzeit des berühmten Namensvetters, Prinz William Arthur Philip Louis Mountbatten-Windsor, mit seiner Kate Middleton lässt Bürgermeister Heinfried Horsel Einladungen aussprechen und den Hobbymoderator Günter Wack auf Sendung gehen.

Freitag wird sich Günter Wack auf sein Sofa setzen und Fernsehen schauen – das hat er sich fest vorgenommen. Die königliche Hochzeit in Großbritannien steht auf dem Programm, die will Wack auf keinen Fall verpassen. „Ich muss das ja wohl gucken“, sagt er. Die Live-Übertragung der Hochzeit des Jahres ist für den Rentner wichtig – aus persönlichem Interesse, vor allem aber wegen seines Hobbys.

Seit gerade einmal vier bis sechs Wochen geht Wack regelmäßig „on air“, auch wenn der Ausdruck nicht ganz richtig ist: Wack sendet nicht über das Radio, sondern über das Internet. Über den ehemaligen Battenberger Gerhard Reese, zwischenzeitlich Bürgermeister in Putbus auf Rügen, kam er zu dem Internet-Sender www.starlightsound2004.com. Den ganzen Tag über läuft dort Musik, doch in den Abendstunden übernehmen Hobbymoderatoren wie Wack die Regie. Für die Programmverantwortlichen muss es glückliche Fügung gewesen sein, einen Enthusiasten zu finden, der nicht nur eine Radiostimme hat, sondern aus Battenberg kommt – der Stadt mit der Namensverwandtschaft zum englischen Königshaus. Schnell war klar: Die Sondersendung zur Hochzeit muss aus der Bergstadt im Frankenberger Land kommen. So sendet Günter Wack heute Abend ab 18 Uhr „live aus dem Studio Mountbatten“.

Für die Stadt Battenberg ist die Hochzeit eine Ausnahmesituation. Selten war Bürgermeister Heinfried Horsel auch bei den überregionalen Medien so gefragt wie in den vergangenen Tagen. Der Ratshauschef hat viele Interviews gegeben und erklärt, wie Mountbatten und Battenberg zusammengehören: Angehörige des heutigen Hauses Mountbatten-Windsor hatten den vakanten Titel derer von Battenberg erworben – das Grafengeschlecht war bereits im 14. Jahrhundert ausgestorben. Die Mutter von Prinz Philip, Ehegatte der Queen, war Trägerin des Adelstitels von Battenberg. Die Anglisierung in „Mountbatten“ erfolgte dann im Verlaufe des Ersten Weltkrieges wegen der zunehmenden Deutschfeindlichkeit im Vereinigten Königreich.

Dennoch: Die Namensverwandtschaft ist vorhanden und daher hat Horsel auch ein Glückwunschschreiben aufgesetzt: „Wir Battenberger sind stolz auf die Namensverwandtschaft mit der verehrten britischen Königsfamilie“, schreibt der Bürgermeister. Auch weist er darauf hin, dass im Stadtmuseum ein Schwerpunkt auf der Namensverwandtschaft liegt.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 29. April

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