Mücken infizieren Tiere immer häufiger - keine akute Gefahr für Menschen

Waldeck-Frankenberg. Exotische Tierkrankheiten durch Mücken verbreiten sich immer häufiger. Das teilte Dr. Ralf Nöchel, Amtstierarzt beim Veterinäramt in Frankenberg, auf Anfrage der HNA mit. Durch internationalen Handel werden laut Nöchel mehr Tiere nach Deutschland eingeführt als früher.

„Wenn beispielsweise Schafe aus Afrika rüberkommen, dann fahren die Mücken mit“, sagte der Tierarzt. Gerade jetzt bei hochsommerlichen Temperaturen fühlen sich die Mücken in Deutschland wohl.

Da es sich bei den eingeschleppten Krankheiten um Viren-Erkrankungen handele, helfen keine Medikamente. Man müsse einen wirksamen Impfstoff gegen die Krankheiten finden.

Derzeit besteht aber laut Nöchel keine akute Gefahr. Man müsse nur grundsätzlich „hellhörig sein und die Augen aufhalten“, sagte er. Problematisch sei auch, dass die Mücken beim Transport immer irgendwo ein Schlupfloch finden, beispielsweise in Flugzeugturbinen.

Akute Gefahr besteht laut Dr. Hartmut Wecker, Pressesprecher des Landkreises, auch für den Menschen nicht. „Eine potentielle Gefährdungszunahme für den Landkreis Waldeck-Frankenberg war und ist aktuell nicht bekannt“, erklärte Wecker.

Für den Menschen gefährliche Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, seien Malaria, West-Nil-Fieber, Denguefieber und Chikungunyafieber. Ein Infektionsrisiko gebe es in Deutschland nicht.

Da jedoch in einigen Mittelmeerländern, insbesondere Italien, Griechenland und der Balkan, durch Mücken übertragene Infektionen aufgetreten sind, werden Blutspender für vier Wochen nach Rückkehr aus den betroffenen Ländern von der Blutspende ausgeschlossen.

Von Marc Hörcher 

Wie Sie sich gegen Mückenstiche schützen können, lesen Sie auf der Gesundheitsseite am Mittwoch in der HNA in Waldeck und Frankenberg.

Quelle: HNA

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