Zum Muttertag

Die dreifache Mutter Nadja Scriba kriegt viel unter einen Hut

Sie ist gerne für andere da: Nadja Scriba (Zweite von links) ist Mutter von drei Kindern, berufstätig und engagiert sich vielfältig. Das Bild zeigt sie mit Marco (links), der bei der Familie lebt, mit ihrem Sohn Maximilian, dem Nachbarjungen David, ihrer Tochter Kaya und Hunden auf dem Hof der Familie in Goddelsheim. Foto: Rösner

Waldeck-Frankenberg. Am Sonntag ist Muttertag. Nadja Scriba arbeitet als Krankenschwester und kümmert sich dazu auch noch um ihre drei Kinder.

Goddelsheim. Wellness am Muttertag, ein paar freie Stunden ohne Familie, daran denkt Nadja Scriba nicht. Wenn alle um sie herum sind, wenn sie gebraucht wird, dann blüht sie auf. So wie diesen Sonntag, dann wird ihre älteste Tochter Elin konfirmiert, und Nadja Scriba scheut vor keinem Aufwand zurück. „Ich freue mich schon so“, sagt die 37-jährige Mutter von drei Kindern, die das Fest auf dem Hof der Familie in Goddelsheim mit 60 Gästen organisiert. „Das wird ein ganz besonderer Muttertag.“

Freundin aus Amerika reist an

Die ganze Woche hat sie darauf hingefiebert, Freunde in die Vorbereitungen mit eingebunden, Aufgaben delegiert. Zur Konfirmation reist auch eine Freundin aus Amerika an, deren Familie sie dann erst kennenlernt. „Ich bin total aufgeregt“, sagt Nadja Scriba, die nicht nur privat stark eingebunden ist. Sie absolviert derzeit eine onkologische Weiterbildung (zur Behandlung von Krebspatienten) und ist mit einer Dreiviertel-Stelle als Krankenschwester in Korbach im Schichtdienst tätig.

Wenn sie zu Hause ist, warten mehrere Aufgaben und viele Menschen auf sie: neben ihren Kindern und ihrem Mann auch zwei Menschen mit Behinderung, die im Rahmen des sogenannten begleiteten Wohnens in Familien dort leben. Außerdem die Tiere: Hunde, Pferde, Hühner und Schildkröten. Nadja Scriba kümmert sich. Und ihr Lächeln behält sie.

Sie ist "die gute Seele"

Eine Freundin bezeichnet sie als „gute Seele“. Nadja Scriba holt sich ihre Energie bei den Tieren, sagt sie. Mit den Pferden bietet sie therapeutisches Reiten an. „Das ist mein Ausgleich.“ Behinderte Kinder und auch eine blinde Frau zählen zu denen, die diese tiergestützte Therapie nutzen. „Es gibt mir Kraft, wenn ich sehe, wie gut das den Menschen tut.“

Trotzdem fühlt sich Nadja Scriba manchmal stark belastet und fragt sich, ob sie genug Zeit für ihre Kinder hat. „Im Krankenhaus sehe ich aber viel Elend, und dann wird mir bewusst, wie gut ich es habe.“ Besonders dankbar ist sie ihrer Familie und Verwandten, die sie stets unterstützen. Durch sie fühlt sich die dreifache Mutter nie alleine gelassen. „Man muss Hand in Hand zusammenarbeiten“, sagt sie etwa über ihren Mann und sich. Auch die Kinder helfen schon mit, zumindest bei der Pflege der Tiere. „Im Haushalt nicht“, sagt Nadja Scriba und schmunzelt. Auch den erledigt sie selbst.

Anderen helfen und ihnen Wünsche erfüllen, das macht Nadja Scriba glücklich. So hat sie zum Beispiel einmal eine Spendenaktion für einen behinderten Jungen initiiert, der dadurch eine lange ersehnte Reise machen konnte.

Kamele als Wunsch

Ob sie bei alldem mal an sich denkt? „Auch ich habe Träume“, sagt sie. „Ich würde mir gerne Kamele kaufen. Das sind tolle Tiere für das therapeutische Reiten.“ Das sei verrückt. „Aber vielleicht werde ich es ja irgendwann verwirklichen.“

Ein Interview mit der Familienhebamme Marie Runde über die Ansprüche an Mütter von heute lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Frankenberger HNA.

Quelle: HNA

Kommentare