53-Jähriger stimmt Täter-Opfer-Ausgleich zu

Nach Affäre schlug er ihr ins Gesicht

Frankenberg. Wegen Nötigung und Körperverletzung musste sich ein 53-Jähriger am Montag vor dem Frankenberger Amtsgericht verantworten. Doch anstatt zum Urteil kam es zur Einigung: Der Angeklagte und die 20-jährige Geschädigte verständigten sich auf einen Täter-Opfer-Ausgleich. Unter der Leitung eines unabhängigen Moderators sollen sie ihren Streit schlichten. Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt.

„Der Täter-Opfer-Ausgleich hat das Ziel, dass Sie Ihren Frieden machen können“, erklärte Richterin Andrea Hülshorst. Die Tatvorwürfe spielten am Montag kaum eine Rolle – lediglich als der Vertreter der Staatsanwaltschaft die Anklage verlas. Was war passiert?

Der 53-jährige Angeklagte aus dem Frankenberger Land hatte neben seiner Ehe eine Liaison mit der 20-Jährigen. Als die sich von ihm getrennt hatte, wollte er in seinem Auto auf einem Parkplatz mit ihr sprechen. Er soll ihr Handy verlangt haben, um ihre SMS zu lesen. Sie ließ nicht los und beide zerrten um das Telefon, wobei das Display kaputt gegangen sein soll. Vor dem Auto ging die Auseinandersetzung weiter. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, der 20-Jährigen mindestens zweimal flach ins Gesicht und gegen den Körper geschlagen zu haben. Nachdem er sie zu Boden geschubst hatte, soll er ihr Handy genommen haben. Als die Frau aufgestanden war, um nach Hause zu laufen, soll der Angeklagte sie an den Armen festgehalten und in das Auto zurückgezogen haben. Wenige Tage später soll es an einer Bushaltestelle zu einer weiteren Auseinandersetzung gekommen sein. Dabei soll der Angeklagten der Frau ins Gesicht geschlagen haben. Die 20-Jährige erlitt eine Schwellung an der rechten Wange und am Unterkiefer.

Zu den Vorwürfen sagte der Angeklagte vor Gericht nichts. Stattdessen erhob er Vorwürfe gegen die 20-Jährige. Beide lernten sich im August 2009 kennen. Für den ersten Sex hätte der Angeklagte gezahlt: 50 Euro. Danach hätten sich beide zwei, drei Mal die Woche getroffen. Gezahlt habe er für den Geschlechtsverkehr nicht. Aber: „Wenn wir Einkaufen waren, hatte sie öfter mal ihr Portemonnaie vergessen“, berichtete der 53-Jährige. Außerdem soll die 20-Jährige sein Geld geklaut haben. Ob die Vorwürfe stimmen, blieb unklar. Der Staatsanwalt zog die Reißleine – „nicht, dass das hier zur Sackgasse wird“ – und regte den Täter-Opfer-Ausgleich an, dem beide Seiten zustimmten. (akl)

Quelle: HNA

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