Frankenberg: Provisorische Zebrastreifen und Tempo-30-Zone an der Eitzenhöfer-Kreuzung zeigen Wirkung

Nach Ampel-Ausfall: Chaos bleibt aus

Frankenberg - „Es lief alles sehr moderat ab und zu größeren Staus ist es nicht gekommen“, berichtete Stadtbauamtsleiter Karsten Dittmar am Donnerstagnachmittag auf FZ-Nachfrage.

Nachdem am Mittwoch an der Kreuzung von Bahnhofstraße und Uferstraße die Ampeln ausgefallen waren, mussten Autofahrer und vor allem Fußgänger mit dem Schlimmsten rechnen. Wie berichtet hatte die Wartungsfirma die Steuerung der Ampelanlage ausgebaut. „Es hat sich bestätigt, dass es sich dabei um einen internen Fehler bei der Wartungsfirma gehandelt hat“, erklärte Dittmar gegenüber der FZ. Die Stadtverwaltung habe den Ausbau weder in Auftrag gegeben noch sei sie darüber vorab informiert worden.

Weil es sich um die wahrscheinlich meistbefahrene Kreuzung in der Stadt handelt, an der auch viele Fußgänger die Fahrbahnen queren, hatte Dittmar am Mittwoch mehrere „Sofortmaßnahmen“ veranlasst. So war die Ampelanlage ohne die Steuerung zwar nicht mehr in Gang zu bekommen – stattdessen stellte die Stadt noch am Mittwoch Warnschilder auf und richtete an der Kreuzung eine Tempo-30-Zone ein. Gestern Vormittag dann kamen Mitarbeiter einer Spezialfirma nach Frankenberg, um mit gelben Klebebändern provisorische Zebrastreifen zu markieren. Gegen Mittag waren die leuchtenden Markierungen angebracht.

Wie von Dittmar angekündigt war zudem am frühen Morgen während der Stoßzeit im Schulbus- und Berufspendler-Verkehr ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes vor Ort, der im Zweifel den Verkehr hätte per Handsignal regeln können oder als Fußgängerlotse bereitstand. Das war dem Vernehmen nach allerdings gar nicht nötig – denn die Verkehrsteilnehmer waren offenbar rücksichtsvoll und umsichtig genug, dass es auch so funktionierte.

Gestern Mittag hätte laut Dittmar dann die Polizei bereitgestanden, um möglicherweise den Verkehr zu regeln. Doch auch dazu ist es nicht gekommen – die „Sofortmaßnahmen“ Tempo-30-Zone, Warnschilder und Zebrastreifen zeigten also Wirkung. Bei dieser Lösung an der Eitzenhöfer-Kreuzung soll es nun bis zum Montag bleiben. Dann wird wie berichtet die Baustelle für den ersten Abschnitt des Bahnhofstraßen-Umbaus eingerichtet, inklusive Baustellenampel. Im Wesentlichen zwei Punkte müssen Autofahrer dann beachten: Wer auf der Bottendorfer Straße stadteinwärts fährt, kann nicht mehr nach links in die Bahnhofstraße abbiegen. Und von der Sparkassen-Kreuzung aus ist eine Weiterfahrt in Richtung Landratsamt nicht möglich.

Der Umbau der Bahnhofstraße im Zuge der Stadtsanierung verfolgt mehrere Ziele. Unter anderem soll die „Aufenthaltsqualität“ verbessert werden. Dafür wird beispielsweise der Gehweg entlang des Landratsgartens neu gepflastert. Hintergrund dafür ist die Absicht, die Fußgängerzone an das geplante Einkaufszentrum „Frankenberger Tor“ (früher „Eder-Galerie“) anzubinden.

Breitere Fußwege und ein kombinierter Geh- und Radweg sollen die Verkehrssicherheit der Fußgänger und Radfahrer verbessern und eine durchgängige Linie des Fernradwegs R8 innerhalb des Stadtgebiets ermöglichen. Im Gegenzug wird die Straße selber zurückgebaut: Die Fahrbahn wird schmaler und Abbiegespuren fallen weg.

Hintergrund ist die Abstufung der einstigen Bundesstraße zu einer Stadtstraße im Zuge der Eröffnung der Umgehungsstraße. Laut einem Verkehrsgutachten ist in diesem Zusammenhang das Verkehrsaufkommen in der Stadt gesunken. Die Planer haben der Stadt empfohlen, den Querschnitt der Bahnhofstraße zu verkleinern.

Um gleichzeitig den Verkehrsfluss zu verbessern, sollen neue Ampelanlagen ins­talliert werden, die aufeinander abgestimmt geschaltet sind und somit „grüne Wellen“ ermöglichen. Den Umbau der Straße nutzt auch die Energiegesellschaft Frankenberg (EGF): Sie erneuert die Versorgungsleitungen. Das Investitionsvolumen insgesamt liegt bei rund 2,5 Millionen Euro.

Von Johannes Fuhr

Kommentare