Strafrechtliches Nachspiel für Besitzer

Nach Biss-Attacke auf Einjährigen: Maulkorb für den Hund

Gemünden. Eigentlich sollte es nur ein Spaziergang werden. Doch für den einjährigen Jungen aus Gemünden endete dieser Ausflug mit einem Unglück: Das Kleinkind wurde von einem Hund ins Gesicht und ins Bein gebissen. Der Hund muss nun einen Maulkorb tragen, den Besitzer erwartet ein Strafverfahren.

Der Junge musste wegen der schweren Gesichtsverletzungen in der Marburger Uni-Klinik operiert werden. Nach mehreren Tagen im Krankenhaus ist er mittlerweile wieder zuhause.

Laut Polizei wird der Hundebiss „ein strafrechtliches Nachspiel“ haben. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Körperverletzung. Wie die Strafe aussehen wird, müsse ein Gericht entscheiden, sagte Polizeisprecher Dirk Virnich auf HNA-Nachfrage.

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Einjähriger von Hund ins Gesicht gebissen

Wie das Ordnungsamt der Stadt Gemünden erklärte, bekamen die Besitzer des Hundes eine vorläufige Halteerlaubnis. Der Hund sei als gefährlich eingestuft worden, nun müsse ein Wesenstest durchgeführt werden. Außerdem habe der Hund einen Maulkorbzwang bekommen, und der Halter muss eine Sachkundeprüfung ablegen. Die Fristen für die vorläufige Halteerlaubnis werden kurz gehalten. Dies diene vor allem dem Schutz der Bevölkerung. Auch das Wohl des Tieres werde durch kurze Fristen geschützt.

Hund muss Wesenstest durchlaufen

Bei einem Wesenstest wird der Hund in Situationen des alltäglichen Lebens getestet, die Prüfung dauert zwischen einer Stunde und eineinhalb Stunden, sagt Herbert Fischer aus Amöneburg, der in der Region als Sachverständiger für die Hundeverordnung tätig ist. Der Sachverständige entscheidet dann, ob der Hund den Test bestanden hat oder nicht. Besteht er nicht, entscheidet die Stadt Gemünden in Absprache mit dem Sachverständigen, was mit dem Hund passiert. Es kann sein, dass Leinenzwang und Maulkorbzwang bestehen bleiben.

Der Hund habe dem Jungen unvermittelt ins Gesicht gebissen, berichtete die Polizei. Die Mutter war mit dem Sohn und ihrer Freundin auf dem Weg in die Gemündener Innenstadt. Der Junge saß auf seinem Bobbycar und wurde von seiner Mutter gezogen. Ihr Ziel war ein Hundehalter, mit dem die Freundin über den Kauf eines Welpen verhandeln wollte. Neben der Hündin lebt auf dem Grundstück noch ein Golden-Retriever-Rüde, der Vater der Welpen. Als die Frauen und der Junge das eingezäunte Grundstück betraten, biss der Rüde den Jungen ins Gesicht und in das linke Bein. Im Gesicht hatte der Junge ein klaffende Wunde, die zunächst von einem Arzt in Gemünden behandelt wurde, ehe der Junge in der Marburger Universitätsklinik kam.

Nicht nur der Hund wird nun getestet, auch sein Halter muss eine Sachkundeprüfung ablegen. Im praktischen Teil wird unter anderem überprüft, ob der Hund auf Zuruf kommt. Im theoretischen Teil muss der Hundehalter Fragen zur Hundeverordnung beantworten. „Das ist vergleichbar mit einer Führerscheinprüfung“, sagt Sachverständiger Herbert Fischer. Auch hier entscheidet die Stadt Gemünden in Absprache mit dem Sachverständigen, wie es weitergeht. Laut Hundeverordnung kann die Haltung untersagt werden.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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