Klassentreffen in Frankenberg

Nach halbem Jahrhundert unvergessen

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Klassenlehrerin Alvine Theil im Gespräch mit einer ehemaligen Schülerin.

Frankenberg - Als sie im April 1963 eingeschult wurden, war Konrad Adenauer Bundeskanzler und John F. Kennedy amerikanischer Präsident. Am Samstag trafen sich die ehemaligen Schüler der Ortenbergschule nach 51 Jahren zum ersten Mal wieder. Auch ihre Klassenlehrerin war dabei.

Ihr erster Schultag ist mittlerweile ein halbes Jahrhundert her. Viel ist passiert, seit sie zum ersten Mal ihren Schulranzen schulterten und im Klassenzimmer in der Hainstraße gemeinsam das Lesen und Rechnen lernten. „Wir haben eine sehr glückliche Grundschulzeit erlebt“, erinnerte sich Martina Heiderich, die zusammen mit anderen ehemaligen Mitschülern die Adressen der Klassenkameraden herausgesucht hatte. „Wir haben alles darangesetzt und auch alle wiedergefunden“, erzählte sie.

Und fast alle Kameraden kamen auch angereist. Viele der ehemaligen Mitschüler sind in der Nähe geblieben, so mancher kam aber auch von weit her in die Illerstadt - etwa aus München, Hannover oder Hamburg. Das erste Klassentreffen nach 50 Jahren wollten sie sich nicht entgehen lassen, zumal sie auch Alvine Theil wieder trafen, ihre erste Klassenlehrerin, die vielen noch immer im Gedächtnis ist.

Tafel mit altem Diktat

Eine besondere Überraschung hatte Hans Becker im Gepäck. Über all die Jahre hatte er seinen alten Schulranzen aufgehoben mitsamt Inhalt - die alten Bücher und Hefte sorgten für viele Lacher. Mit dabei hatte er auch eine Tafel, auf der noch das letzte Diktat der Klasse zu lesen war. Es handelte von Hänschen, das beim Spielen in den Bach gefallen war. Auch Alvine Theil selbst hatte Erinnerungsstücke aus dieser Zeit mitgebracht - in einem Heft hatte sie zu jedem Schüler ein kurzes Gedicht notiert.

Es wurde in Erinnerungen geschwelgt, an gemeinsame Unterrichtsstunden, die ehemaligen Lehrer und so manchen Streich gedacht, der den Mitschülern oder auch den Paukern gespielt wurde. „Aber keiner in der Klasse war frech oder vorlaut“, betonte Alvine Theil, die noch immer sehr eigenständig ist. Die 95-Jährige erinnert sich gut an ihre Klasse von 1963. „Das war eine sehr fleißige Klasse.“ Keiner musste ein Schuljahr wiederholen und viele von ihnen seien später ans Gymnasium gegangen - ein Umstand, der die ehemalige Lehrerin noch immer mit Stolz erfüllt.

Theil staunte nicht schlecht, als ihre ehemaligen Schüler erzählten, was aus ihnen geworden ist. Beim gemeinsamen Essen frischten die damaligen Schüler ihr Gedächtnis wieder auf, es wurden viele Fotos herumgereicht und Erinnerungen ausgetauscht. Und alle waren sich sicher - bis zum nächsten Treffen wollen sie nicht wieder 50 Jahre warten.

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