Battenberg:

Nach 39 Jahren besucht Werner Neuburger erstmals wieder seine alte Heimatstadt

- Battenberg (md). Nach 39 Jahren besucht Werner Neuburger erstmals wieder seine alte Heimatstadt Battenberg. 1938, im Alter von zwölf Jahren, musste er vor den Nationalsozialisten fliehen, ebenso wie Hannelore Stern. Gestern wurde ihnen in der Bergstadt ein warmherziger Empfang bereitet.

Seine angestammte Heimat aus freien Stücken zu verlassen, das hat etwas von Abenteuerlust, von Neuanfang, der selbstbestimmt und frohmütig gewählt ist. Seine Heimat verlassen zu müssen, weil man als „unerwünscht“ gilt, ja gar verfolgt wird und das eigene Leben in Gefahr ist – das ist in höchstem Maße tragisch. Wer sich dann entschiedet, diese alte Heimat nach vielen, vielen Jahren wieder zu besuchen, der hat intensiv mit sich gerungen und einen anstrengenden Widerstreit der Gefühle erlebt. So ist es Werner Neuburger ergangen. Er wurde 1926 in Battenberg geboren und verbrachte die ersten zwölf Jahre seines Lebens zusammen mit seiner Familie in der Bergstadt. Er gehörte dazu und war wohl behütet – bis die Nationalsozialisten an die Macht kamen und sich auch in dem beschaulichen Ort Battenberg Menschen gegen ihn und seine Familie wandten und gegen sie hetzten, weil Neuburgers jüdischen Glaubens waren.

Mehr in der FZ-Zeitungsausgabe vom 6. Oktober.

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