Haushalt der Gemeinde Burgwald

Nach Kanalbruch sackt Lindenstraße ab

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Die Lindenstraße in Ernsthausen wird in den nächsten Wochen zur Baustelle: Ende des vergangenen Jahres ist dort ein Teil der Straße eingesackt, weil der Kanal darunter gebrochen ist.Foto: Patricia Kutsch

Burgwald-Ernsthausen - Die Pechsträhne reißt nicht ab: Nach den undichten Bürgerhausdächern in Burgwald und Bottendorf und dem gebrochenen Kanal in Birkenbringhausen hat die Gemeinde einen weiteren Kanalschaden in Ernsthausen entdeckt.

Im Burgwalder Haushalt für dieses Jahr fehlen rund 760000 Euro. Er ist noch nicht einmal verabschiedet und schon belasten wieder überraschende Ausgaben die Konten der Gemeinde. Zwischen den Jahren ist die Straße dort laut Bürgermeister Koch plötzlich abgesackt. Mit einer Kamera wurde der Kanal dann überprüft: Es stellte sich heraus, dass er bei einem Hausanschluss gebrochen ist.

„Der Kanal wird im Inline-Verfahren saniert“, sagte der Rathauschef am Donnerstag in einer Versammlung, in der er die Burgwalder über den Haushalt 2013 aufklärte. „Wir müssen nicht die ganze Straße aufreißen.“ Die Anlieger wurden kurzfristig am Mittwoch über anfallende Kosten informiert: Etwa 40000 Euro wird die Sanierung laut Koch kosten. Einige Anwohner müssen für neue Hausanschlüsse bezahlen – davon seien aber die wenigsten betroffen. Die meisten Hausanschlüsse müssen nicht erneuert werden. Die Ausschreibung ging nach Auskunft des Bürgermeisters gestern raus. Die Sanierung solle noch vor Ostern beginnen.

Trotz der erneuten ungeplanten Reparatur-Ausgaben will Koch den Haushaltsentwurf mit einem Minus von 760000 Euro beibehalten. Stattdessen sollen weniger Schulden zurückgezahlt werden. Dennoch würde die Gemeinde sich laut Koch unterm Strich dadurch nicht neu verschulden.

Koch erklärte den Burgwaldern, dass die Gemeinde zum Jahresende 2012 7,22 Millionen Euro Schulden hatte. Das Konto war mit 3,25 Millionen Euro überzogen – 3,5 Millionen Euro darf die Gemeinde ausreizen. Für 2013 möchte Koch den Kassenkredit auf 5 Millionen Euro erhöhen. Im Gegensatz zu einem privaten Bankkonto zahlen Kommunen wesentlich weniger Zinsen, wenn sie überziehen. Burgwald zahlte laut Koch im vergangenen Jahr 0,4 Prozent Zinsen. Ein Darlehen liege bei rund 3 Prozent. Durch die Überziehung verschiebt Koch die Darlehensaufnahme – Kredite nimmt die Gemeinde dann auf, wenn der Zinssatz besonders niedrig ist. „Dadurch hat die Gemeinde im letzten Jahr 60000 Euro an Zinsen gespart.“ Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde liegt bei 1485 Euro.

„Die finanzielle Situation der Gemeinde ist äußerst angespannt“, machte Koch den Bürgern deutlich. Kurzfristig sei keine Entspannung möglich – der Bürgermeister zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Gemeinde ihre Finanzen auf lange Sicht in den Griff bekomme, wenn die Wünsche reduziert werden und die Bürger mit anpacken. Das bedeutet aber nicht, dass die Gemeinde gar keine Wünsche mehr erfüllt: Viele Wünsche der Ortsbeiräte hat die Gemeinde aufgenommen und versucht, diese in den nächsten Jahren umzusetzen (siehe Kasten). Allein für Kanalsanierungen fallen in den nächsten Jahren sechs Millionen Euro an – das zumindest sind die eingeplanten Arbeiten.

Die Wünsche der Ortsbeiräte für 2013:

Büroleiter Detlev Engel zeigte den Besuchern der Infoveranstaltung, welche Investitionen die Ortsbeiräte der Gemeinde sich für die nächsten Jahre gewünscht haben und welche bereits im Haushalt 2013 eingeplant sind. Den asphaltierten Multifunktionsplatz, den die Wiesenfelder sich wünschen, hat der Gemeindevorstand mit 19000 Euro schon in diesem Jahr eingeplant. Teurer wird die Dachsanierung vom Hauptgebäude des Dorfgemeinschaftshauses – die wurde für 2014 aufgenommen.

Die Ernsthäuser wünschen sich eine bessere Vermarktung der Bauplätze und die Erschließung eines neuen Baugebiets. Engel erläuterte, dass von den bestehenden vier Bauplätzen in diesem Jahr vermutlich zwei verkauft werden. Zudem seien im Dorf noch genügend Flächen und Leerstände. „Für alte Bausubstanzen gibt es Förderungen der Gemeinde“, erinnerte der Büroleiter.

Den angeregten Anbau an das Feuerwehrgerätehaus hat die Gemeinde derzeit noch nicht eingeplant. Ein Gewerbegebiet sei ebenfalls nicht vorgesehen, weil es noch Flächen in Bottendorf gebe. Die Fertigstellung der Raiffeisenstraße wurde auf 2014 geschoben.

Für den Friedwald in Burgwald ist noch kein Geld eingeplant. Derzeit werden die Kosten noch ermittelt, dann soll das Parlament darüber entscheiden. Eine neue Friedhofskapelle soll es erst 2014/15 geben – wenn die Kapelle in Ernsthausen fertig ist. Der Ausbau der Hubertusstraße ist für 2015 angesetzt.

Die Bottendorfer wünschen sich einen neu gestalteten Festplatz. Auch das soll 2014 in Angriff genommen werden – wenn sich die Vereine an der Arbeit beteiligen. Der Alte Kindergarten und das Dorfgemeinschaftshaus sollen in diesem Jahr fertig werden. Der Grundweg wird 2014 ausgebaut – in diesem Jahr steht Geld für die Planungen schon im Haushalt.

Die Birkenbringhäuser bekommen Pflastersteine aus der Edertalstraße für den Hof vor dem Dorfmuseum. Die Erweiterungsfläche für den Friedhof ist bereits gekauft. Für die gewünschte Neugestaltung des Dorfgemeinschaftshauses soll der Ortsbeirat zunächst ein Konzept vorlegen.

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