Nach schwerem Unfall auf B253

Nach Unfall: Frau des Kutschers widerspricht Forderung der Tierschützer

Schwerer Unfall am 30. Januar bei Laisa: Dieser Mercedes fuhr auf eine Kutsche auf (hinten rechts im Bildhintergrund). Foto:  mjx

Laisa. Als sie in der HNA gelesen hat, was die Tierrechtsorganisation Peta nach dem Kutschenunfall ihres Mannes geschrieben hat, war für Michaela Gaul klar, dass sie dazu Stellung nehmen muss.

Sie könne die Forderung der Tierschützer nach einem generellen Kutschenverbot in Waldeck-Frankenberg und die Aussage, Kutschefahren widerspreche der natürlichen Lebensweise der Pferde, nicht auf sich beruhen lassen, sagt sie. Wie berichtet, waren die beiden Pferde der Familie Gaul bei dem Verkehrsunfall am Donnerstagnachmittag auf der Bundesstraße 253 zwischen Battenberg und Laisa ums Leben gekommen, nachdem ein Auto von hinten auf die Kutsche aufgefahren war. Der Autofahrer hatte angegeben, die Kutsche wegen der tiefstehenden Sonne nicht gesehen zu haben.

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Eine der Aussagen der Tierrechtsorganisation Peta lautet: „Langsame Pferdekutschen gehören nicht in den modernen Straßenverkehr, schon gar nicht auf eine Bundesstraße.“ – „Dürften dann auch keine langsamen Fahrräder, Mofas oder 25-km/h-Autos auf der Bundesstraße fahren?“, entgegnet Michaela Gaul.

Sie und ihr Mann Mario seien mit ihrer Kutsche überwiegend auf Feld- und Waldwegen gefahren, manchmal lasse es sich aber nicht vermeiden, dass man ein Stück Bundesstraße fährt, um von A nach B zu kommen. „Wir haben das nie gerne gemacht, aber wir sind dann immer im Trab und ganz rechts auf der Straße gefahren. Unser Gespann war dann nicht langsamer als ein Fahrrad, Mofa oder ein 25-km/h-Auto“, sagt Michaela Gaul.

Und noch einer Aussage von Peta muss sie widersprechen: Pferden, die Kutschen ziehen, würde jede natürliche Lebensweise abgesprochen, hatte Peta in der Pressemitteilung geschrieben. „Unsere Pferde hatten es gut bei uns. Und ich denke, sie sind gerne Kutsche gelaufen“, stellt Michaela Gaul klar. „Hätten sie sich sonst so ruhig von meinem Mann einspannen lassen? Wären sie sonst so toll gelaufen? Darf man dann auch nicht mehr auf ihnen reiten? Und wie ist es mit Springreiten, Dressurreiten und Voltigieren? Soll das alles verboten werden?“

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Von Jörg Paulus

Archiv-Video

Quelle: HNA

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