Nach Unfallflucht: Busfahrer erhält Kündigung und Geldstrafe

Unfall am 19. September: Nur mit Hilfe eines Baufahrzeuges konnte der Schulbus aus dem engen Kreuzungsbereich in Eifa gezogen werden. Archivfoto:  zgm

Eifa/Frankenberg. Nach einem Schulbus-Unfall vom September in Eifa ist nun der Busfahrer verurteilt worden. Das Frankenberger Amtsgericht verhängte gegen den 52-Jährigen eine Geldstrafe von 1000 Euro.

Der Fall hatte damals für Aufsehen gesorgt, weil der Mann mit seinem Schulbus in einer engen Straße in Eifa steckengeblieben war und sich danach einfach zu Fuß von der Unfallstelle entfernt hatte, ohne die Polizei anzurufen und sich um den Schaden zu kümmern (wir berichteten).

Nun wurde der Busfahrer quasi doppelt bestraft, da er nach der Unfallflucht bereits seinen Arbeitsplatz verloren hatte. „Ich bin seitdem arbeitslos und finde ohne Führerschein auch keinen neuen Job“, gab der Mann vor Gericht an.

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Der Busfahrer war am 19. September 2011 mit seinem Schulbus von Hatzfeld in Richtung Eifa unterwegs. Von der Bundesstraße kommend war er dann aber nicht, wie die Fahrtroute es vorsah, in die Eichenstraße abgebogen, sondern in den engen Kirchweg. Diese Straße war jedoch für den Bus zu schmal und der Bus rammte mehrere Häuser, bis er in einem Kreuzungsbereich endgültig stecken blieb. „Sie hätten doch sehen müssen, dass die Straße zu eng für den Bus ist“, hielt ihm Richterin Andrea Hülshorst vor.

„Ich war im Stress und habe einfach bei meiner letzten Fahrtrunde die Ausfahrt verpasst“, erklärte der 52-Jährige. Kurz zuvor habe ihn seine Frau verlassen, mit der er noch kurz vor dem Unfall per Handy telefonierte.

„Nach dem Unfall habe ich sofort versucht, meinen Chef anzurufen, aber ich hatte mit meinem Handy keinen Empfang“, sagte er. Eine plausible Erklärung, warum er nicht auf die Polizei wartete, die Passanten gerufen hatten, und warum er nicht einen Anwohner bat, telefonieren zu dürfen, hatte er nicht.

In anderem Bus geschlafen

Stattdessen packte er nach dem Unfall seine Sachen und lief zum Firmengelände nach Hatzfeld. „Dort war mein Chef jedoch nicht anzutreffen“, erklärte der Busfahrer weiter. Danach legte er sich in einen anderen Bus schlafen. Dies erklärt auch, warum er für die Polizei in seiner Wohnung nicht anzutreffen war. Zudem muss er 80 Euro für eine begangene Ordnungswidrigkeit zahlen, er ist seinen Führerschein für weitere sechs Monate los und muss die Kosten für das Gerichtsverfahren tragen.

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Von Florian Quanz

Quelle: HNA

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