Nach verbaler Attacke: Fußgänger von Auto angefahren

Frankenberger Land. Weil er mit seinem Auto erst einen Hund und dann dessen Besitzer angefahren haben soll, ist am Montag ein Mann aus Frankenau verurteilt worden.

Der 21-Jährige erhielt eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung, muss Schmerzensgeld in Höhe von 3000 Euro zahlen sowie 100 Arbeitsstunden leisten. Außerdem wurde ihm die Fahrerlaubnis für ein Jahr entzogen.

Das Gericht in Frankenberg sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte am frühen Morgen des 19. Juli mit seinem Auto einen Feldweg in Frankenau entlang gefahren ist und wegen nicht angepasster Geschwindigkeit einen unangeleinten Hund angefahren hat. Nach einer verbalen Auseinandersetzung mit dem 57 Jahre alten Hundebesitzer soll er diesen von hinten angefahren haben. Dabei soll sich der Forstbeamte aus Frankenau am linken Unterschenkel verletzt haben.

Während der gesamten Verhandlung bestritt der 21-Jährige, den Hund sowie den Hundebesitzer angefahren zu haben. Er sei zwar am besagten Tag auf dem Feldweg unterwegs gewesen, habe auch den freilaufenden Hund gesehen, habe aber noch rechtzeitig bremsen können, als dieser ihm vor das Auto sprang. „Ich habe mit meinem Wagen weder den Hund berührt noch seinen Besitzer“, gab der Angeklagte an. Daraufhin sei er den Feldweg wieder rückwärts zurückgefahren.

Ganz anders schilderte der 57-jährige Zeuge, der gleichzeitig der Geschädigte war, den Vorfall. Sein Hund sei vom Auto erfasst worden, habe sich aber wieder aufgerappelt und sei davongelaufen. Der Autofahrer habe ihn daraufhin angeschnauzt, er solle seinen Hund anleinen. Der Hundebesitzer habe erwidert, es herrsche in Frankenau keine Leinenpflicht. Daraufhin habe sich der 57-Jährige weggedreht, um seinen Hund zu suchen. Wenige Augenblicke später habe der Geschädigte einen Schlag gegen den linken Unterschenkel gespürt, weil der 21-Jährige ihn mit seinem Auto erfasst habe.

Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, ob der Fahrer den Zusammenstoß mitbekommen habe, antwortete der 57-Jährige: „Ja, als ich angefahren worden bin, kippte ich nach hinten und lag mit den Ellenbogen auf der Motorhaube. Außerdem rief mir der Fahrer zu, dass ich von der Straße gehen soll, er müsse durch“.

Bei dem Unfall zog sich der Geschädigte eine Prellung der linken Wade zu. Noch bis Ende September habe er starke Schmerzen im Bein gehabt, sagte er.

Richterin Andrea Hülshorst hatte keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen und sah den Vorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sowie der gefährlichen Körperverletzung als bestätigt.

Da der Angeklagte wegen Körperverletzung bereits polizeilich bekannt ist und sich während der Verhandlung wenig kooperativ zeigte, sah Hülshorst keine Möglichkeit, die Strafe zu mildern. Er habe zu keinem Zeitpunkt Einsicht gezeigt, so die Richterin. Als der 21-Jährige ihr dann auch noch ins Wort fiel, meinte sie: „Das passt genau in das Bild, das wir von Ihnen haben. Ganz im Zaum haben Sie sich nicht.“ (fis)

Quelle: HNA

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