Polizeistreife rammte flüchtendes Auto und stoppte es

Nach Verfolgungsjagd: Fahrer in Psychiatrie

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Nach Verfolgungsjagd: Fahrer in Psychiatrie

Frankenberg. Familienstreitigkeiten hatten zu der wilden Verfolgungsjagd am Samstag in Frankenberg geführt. Die Polizei hatte mit mehreren Streifenwagen zuvor einen Verdächtigen verfolgt.

Erst als einer der Polizeiwagen das Auto des Flüchtenden rammte, wurde die Verfolgungsjagd beendet. Es wurde niemand verletzt. Ein 48-Jähriger wurde festgenommen und vorläufig in die Psychiatrie eingewiesen.

Die Polizei schilderte den Hergang wie folgt: Der 48-jährige Familienvater aus Frankenberg wollte am Samstag um 11.25 Uhr wie vereinbart seine minderjährigen Kinder von der getrennt lebenden Ehefrau in Bad Wildungen abholen, um das Wochenende mit ihnen zu verbringen. Die Ehefrau verweigerte aber die Herausgabe, da der Frankenberger auf sie einen alkoholisierten Eindruck machte, schilderte Polizeisprecher Volker König.

Da der Ehemann dies seltsam ruhig hinnahm und sich widerspruchslos entfernte, verständigte die Ehefrau aus Sorge die Polizei. Die Fahndung nach dem Frankenberger verlief zunächst erfolglos. Bei seiner späteren Festnahme äußerte der Familienvater mehrfach Suizidabsichten.

Der Mann wurde zunächst zur Polizeistation gebracht. Dort wurde dann festgestellt, dass er deutlich unter Alkoholeinfluss stand. Nach der Blutentnahme und Sicherstellung des Führerscheines wurde der Frankenberger vorläufig in die Psychiatrie eingewiesen.

Glücklicherweise wurde bei der gesamten Verfolgungsfahrt und auch bei dem Unfall niemand verletzt, die Autos allerdings haben nur noch Schrottwert. Der Schaden beträgt 20 000 Euro.

Vor der Straßensperre der Polizei gewendet

Einige Zeit nach der ausgerufenen Fahndung hatte eine Streife der Polizeistation Frankenberg um 12.10 Uhr den gesuchten silbernen Opel Zafira in Geismar gesichtet und nahm die Verfolgung auf. Der Van fuhr von der Bundesstraße 252/253 nach links in Richtung Frankenberg und bog dann in die Ederstraße in Richtung Innenstadt ab und sollte dort an einer Straßensperre durch einen weiteren Streifenwagen gestoppt werden.

Der 48-Jährige wendete aber auf der breiten Straße seinen Wagen und flüchtete wieder in Richtung Bundesstraße und fuhr dort an dem ihn verfolgenden Streifenwagen vorbei, der ihn aufzuhalten versuchte. Die halsbrecherische Flucht ging über die Bundesstraße weiter in Richtung Bottendorf.

Flucht mit über 150 km/h

Bei Geschwindigkeiten von über 150 Stundenkilometern überholte der Flüchtende an unübersichtlichen Stellen rücksichtslos ganze Fahrzeugschlangen. Durch das Martinshorn gewarnt, bildeten alle Verkehrsteilnehmer eine Gasse und es kam glücklicherweise zu keinem Zusammenstoß.

An der Abfahrt zur Kreisstraße 117 ging die Flucht wieder in Richtung Frankenberg. Im Bereich der Marburger Straße versuchte ein dritter entgegenkommender Streifenwagen das Fluchtfahrzeug zu stoppen, doch auch diese Straßensperre umfuhr der Flüchtende. Drei Streifenwagen im Schlepptau, bog der Zafira dann nach links in die Marburger Straße.

Streifenwagen mehrfach seitlich gerammt

Als ein Streifenwagen zum Überholen ansetzte, rammte der Flüchtende den Streifenwagen mehrfach seitlich. Durch die Berliner Straße ging die Flucht dann weiter in die Bottendorfer Straße und dann stadtauswärts. Als der Flüchtende in den Bockentaler Kreisel einfuhr, fuhr einer der verfolgenden Streifenwagen in den Kreisel entgegen der Fahrtrichtung ein, um zu verhindern, dass der Flüchtende wieder in Richtung Innenstadt fuhr.

Dies hatte der Frankenberger wohl auch vor. Jetzt gab es kein Entkommen mehr: Der Flüchtende versuchte zwar noch, sich zwischen Streifenwagen und Leitplanke vorbeizudrücken, doch die Lücke war zu klein. Beide Wagen stießen seitlich zusammen. Der „hochemotionale“ Frankenberger, so die Polizei, konnte durch die Ordnungshüter um 12.15 Uhr festgenommen und gefesselt werden.

Von Klaus Jungheim

Quelle: HNA

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