Verhandlung vor dem Frankenberger Amtsgericht erneut unterbrochen

Nach zwölf Zeugenaussagen noch keine Klarheit

Frankenberg/Burgwald - Auch in einer zweiten Verhandlung vor dem Amtsgericht konnte nicht endgültig geklärt werden, ob ein 41-Jähriger tatsächlich zwei Unbekannte beauftragt hatte, den neuen Freund seiner Exfreundin anzugreifen. Das Verfahren wird noch in diesem Monat fortgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 41-Jährigen vor, zwei bisher Unbekannte angestiftet zu haben, den neuen Freund seiner Ex-Freundin anzugreifen und zu verletzen.

Im Dezember 2010 war der Geschädigte in einem Allendorfer Ortsteil vor dem Haus seiner Lebensgefährtin am frühen Morgen von einer vermummten Person überwältigt und im Würgegriff gehalten worden, während eine weitere vermummte Person einen harten Gegenstand - möglicherweise ein Kantholz oder ein Metallrohr - gegen die Beine des Opfers schlug. Der Burgwalder erlitt dabei schwere Prellungen und eine Muskelhautablösung. Zu den Tätern konnte der Geschädigte keine genaueren Angaben machen; er habe aber den Eindruck gehabt, dass es sich um Männer gehandelt hatte, da beide größer waren als 1,80 Meter.

Sowohl das Opfer des Übergriffs als auch seine Freundin erklärten auf Nachfrage des Vertreters der Staatsanwaltschaft, dass sie zum Zeitpunkt des Übergriffs weder andere Feinde noch offene Schulden gehabt hätten. Sie hatten bei der Polizei den Verdacht geäußert, dass der Ex-Freund der Frau für den Übergriff verantwortlich sein könnte, weil es schon seit Monaten Konflikte zwischen ihnen gab und dieser auch Drohungen ausgesprochen habe.

Während der Burgwalder zu den Vorwürfen gegen ihn keine Stellung nahm, sagten am Montag vor dem Amtsgericht zwölf Zeugen aus.

Die 42-jährige Ex-Freundin des Angeklagten erklärte vor Gericht, der 41-Jährige sei über die Trennung von ihr nicht hinweggekommen. Da sie in derselben Firma angestellt sind, begegnete sie ihm auch nach Ende der Beziehung häufiger. Immer wieder habe ihr Ex-Freund sie dort beschimpft und auch bedroht. Allerdings habe er dies immer nur getan, wenn keine Zeugen dabei gewesen seien.

Zwei Zeugen berichteten, dass der Angeklagte sie gefragt hatte, ob sie nicht „schwere Jungs“ kennen, die für ihn „einen Job erledigen“ würden. Beide stimmten darin überein, dass der Angeklagte zu dieser Zeit angespannt gewirkt hätte. Einer der beiden hatte nach dem Vorfall bei der Polizei ausgesagt, der Angeklagte habe „einen unheimlichen Hass“ auf seine Ex-Freundin und deren neuen Freund.

Der Angeklagte selbst hat für die Tatnacht ein Alibi: Er habe sich in einem Kasiono in Bad Hersfeld befunden, was er mit einer Eintrittskarte belegte.

Richterin Andrea Hülshorst führte Informationen über Kontobewegungen des Angeklagten ein. So hatte er an den beiden Tagen vor und am Tag des Übergriffs insgesamt 3000 Euro abgehoben, was nicht seinem normalen Abbuchungsverhalten entspreche. Für ein Drittel dieser Summe lieferte ein Zeuge aus Arnsberg eine Erklärung: Er habe 1000 Euro in bar von dem Burgwalder erhalten, um damit Geschäfte an der Börse zu tätigen. Schriftlich belegen konnte er die Einzahlung nicht - er ist deshalb einer der Zeugen, die ein weiteres Mal vor Gericht erscheinen müssen. Das Verfahren wird innerhalb von drei Wochen fortgesetzt. Fünf Zeugen sollen angehört werden. (apa)

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