Hausbrand in Rosenthal

Nachbarshilfe bei Brand ist "einmalig"

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Bei Minusgraden bekämpften rund 80 Feuerwehrleute einen Brand in Rosenthals Stadtmitte. Nachbarn versorgten die Feuerwehr mit heißen Getränken und Essen, während die Einsatzabteilungen die Nachbarhäuser vor den Flammen schützten.Archivfotos: Adel

Rosenthal - Bei Minusgraden haben 80 Feuerwehrleute vor fast zwei Wochen all ihre Kräfte aufgebracht, um Fachwerkhäuser in Rosenthals Stadtmitte vor den Flammen zu schützen. Die Nachbarn haben tatkräftig mit angepackt und für Stärkung bei den Feuerwehrleuten gesorgt.

Fast zwei Wochen ist der große Hausbrand in Rosenthal her. Die Feuerwehrleute haben laut Stadtbrandinspektor Gerhard Jakob die ganze Nacht hindurch bei Minusgraden gegen die Flammen gekämpft, um das brennende Haus zu löschen und die Nachbargebäude vor den Flammen zu schützen. Die Häuser stehen nicht einmal einen halben Meter auseinander. „Ich hatte anfangs die Befürchtung, dass wir es nicht schaffen“, sagte Jakob. Es sei eine Frage von Sekunden gewesen - aber die rund 80 Feuerwehrleute hatten es geschafft, dass die Flammen nicht auf weitere Häuser übergreifen.

Das habe vermutlich nur geklappt, weil der Brand nachts gegen zwei Uhr war. „Dann sind die meisten Feuerwehrleute daheim“, erklärte Jakob. So konnte die Rosenthaler Wehr mit beiden Löschfahrzeugen ausrücken und sowohl mit dem Löschen beginnen, als auch eine Ausbreitung des Feuers verhindern. „Es war ein zehrender Einsatz. Das merkt man noch die ganze Woche“, sagte Wehrführer Sebastian Siebert.

Umso dankbarer sind Siebert und Jakob den Nachbarn und den Frauen der Feuerwehrmänner. Mitten in der Nacht hätten sie sich verständigt und die 80 Feuerwehrleute mit literweise Kaffee, Tee und belegten Brötchen zur Stärkung versorgt. „Eine Frau hatte am nächsten Tag Geburtstag und deswegen zufällig viele Brötchen da“, erklärte Jakob. Die hat sie alle „geopfert“. Das ein oder andere Stück Kuchen und Tafeln Schokolade wurden ebenfalls beigesteuert. „Bis wir abgerückt sind haben die Nachbarn uns immer wieder gefragt, ob sie uns noch etwas bringen können“, bestätigte Siebert. Selbstverständlich sei das nicht, sondern einfach „einmalig“. Das hätten auch die Kameraden aus den Nachbarstädten bestätigt.

Der Großbrand hat laut Jakob auch gezeigt, wie wichtig eine schlagkräftige Einsatzabteilung ist. Die Rosenthaler haben derzeit 27 Feuerwehrleute. Die Zahl sehe jetzt noch gut aus - aber fünf Jahre weitergedacht nicht mehr. In der Jugendfeuerwehr sind laut Siebert zehn Jugendlichen - aber viele Erwachsene aus der Einsatzabteilung fallen dann durch ihr Alter weg. „Wir sind auf jeden angewiesen“, sagte Siebert. Beispielsweise Seiteneinsteiger haben die Rosenthaler laut Siebert viele.

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