Perseiden-Schwarm am Himmel

Die Nacht der Wünsche

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Frankenberg - Mittwochnacht erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt, dann können weit mehr als 30 Sternschnuppen in der Stunde am Himmel erscheinen. Diese kommen durch die Staubspur eines Kometen zu Stande, die von der Erde gekreuzt wird.

Es ist ein beeindruckendes Schauspiel am Nachthimmel, wenn Mitte August die Perseiden zu sehen sind. Heute Nacht soll der Sternschnuppenschwarm seinen Höhepunkt erreichen und das bedeutet auch für die Sternengucker aus Frankenberg, ihre Augen gen Himmel zu richten. Wo, sei allerdings egal, berichtet der Vorsitzende Gerhard Schmitt. Wichtig sei, das es dunkel ist.

Der Sternschnuppenschwarm kommt zu Stande, weil die Umlaufbahn der Erde die Bahn eines Kometen kreuzt - aber keine Angst, dieser ist weit genug entfernt: „Sehen kann man ihn nicht“, sagt Schmitt. Es handelt sich um den kurzperiodsischen Kometen 109P, auch bekannt unter dem Namen Swift-Tuttle. Dieser wurde im Jahr 1862 etwa zeitgleich von den beiden Astronomen Lewis A. Swift und Horace Parnell Tuttle entdeckt. Für seinen Weg um die Sonne benötigt der Komet 133 Jahre und immer wenn er sich der Sonne annähert hinterlässt er eine Staubspur und durch diese fliegt die Erde hindurch. Was auf der Erde als Lichterspektakel wahrgenommen wird ist in Wirklichkeit gar nicht so groß, denn es handelt sich um sehr kleine Bruchstücke von Swift-Tuttle: „Die helleren Sternschnuppen haben Sandkorngröße“, berichtet Schmitt. Spektakuläre Leuchterscheinungen von größeren Objekten seien sehr selten und diese würden dann auch meist nicht zu einem Schwarm gehören: „Das sind unvorhersehbare Einzelereignisse“.

Doch auch der Schwarm der Perseiden lässt sich nicht genau prognostizieren: „Es ist immer schwierig, Vorhersagen zu treffen“, sagt Schmitt. Vor Jahren sei schon einmal „der Regen überhaupt“ angekündigt worden. Dieser sei aber dann völlig unspektakulär gewesen.

Normal seien ab Mitternacht etwa fünf bis zehn Sternschnuppe in der Stunde - in diesem Jahr könnte die Zahl weit darüber liegen, „Jetzt sind es 30 Sternschnuppen aufwärts“, sagt der Hobby-Astronom. Auf ein paar Faktoren kommt es aber an, wenn man das Schauspiel beobachten möchte: Zum einen muss die passende Uhrzeit beachtet werden. In der zweiten Nachthälfte sei die Chance deutlich größer, berichtet Schmitt. Dann ist die Erde in der richtigen Position - nämlich dem Schwarm zugewandt. Der Hobby-Astronom, der sich eine eigene kleine Sternwarte im Garten eingerichtet hat, vergleicht dies mit einer Autofahrt durch einen Mückenschwarm. Auf der Windschutzscheibe seien danach auch mehr Insekten zu sehen als auf der Heckscheibe.

Jedoch ist ein bisschen Geduld gefragt, denn die richtige Position werde erst gegen halb zwei Uhr in der Nacht erreicht. „0 Uhr ist nicht gleich 0 Uhr“, sagt Schmitt. Das hängt unter anderem mit der Sommerzeit und der Zeitverschiebung zusammen. Eigentlich sei es um Mitternacht erst 22.30 Uhr, berichtet Schmitt. Somit werde die richtige Position erst gegen 1.30 Uhr erreicht.

Er rät dazu für die Beobachtung das Fernglas oder das Teleskop bei Seite zu legen und „mit bloßem Auge zu gucken“. Wo die Teilchen eintreten, könne man nicht sagen. Ihr Radiant - das ist der Punkt am Himmel, von dem aus der Schauer seinen Ursprung zu nehmen scheint - liegt innerhalb des Sternbildes Perseus. Daher kommt auch der Name Perseiden.

Wer sich also einen lang gehegten Wunsch erfüllen möchte, der hat heute Nacht mehrfach die Gelegenheit, diese gen Himmel zu schicken - sofern die Wolken nicht die Sicht verdecken. (ste)

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