Hatzfeld: Angelika Stinzing und Mitarbeiter haben viel Arbeit in Adventszeit

„Nachts habe ich die besten Ideen“

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- Hatzfeld-Reddighausen. (mal) „Hier kommt die Ware nicht vom Band, wir arbeiten mit Herz und Hand.“ Dieser Spruch hängt in großen Buchstaben im Atelier Luna. Keramiken und Glasperlen werden dort von Hand gefertigt.

Eigentlich wäre dieser Hinweis nicht nötig, denn gleich beim Eintreten sieht der Besucher einen großen Arbeitstisch. Dort sitzen Angelika Stinzing und ihre Mitarbeiter und bemalen mit Pinseln und Schwämmchen Keramiken in allen Formen und Größen. Die Keramikkugeln mit etwa 30 Zentimetern Durchmesser und eingeschriebenem Familiennamen sind inzwischen zum Markenzeichen von Stinzing geworden. Sie zieren viele Haustüren in Reddighausen und Umgebung. Einige Exemplare hat sie schon nach Holland, Italien und sogar Kanada verkauft. „Es ist schön zu wissen, dass die eigenen Erzeugnisse Menschen in aller Welt Freude bereiten“, sagt die Kunsthandwerkerin.

Gerade jetzt zur Weihnachtszeit sind die Kugeln bei den Kunden beliebt. Sie verkaufen sich besser als weihnachtliche Formen wie tönerne Tannenbäume oder Schneemänner. Die Palette von Angelika Stinzing ist aber noch wesentlich breiter. Tierfiguren, Hexen, kleine Pyramiden und sogar Tierurnen sind ebenfalls ein Teil ihrer Erzeugnisse. Auf engstem Raum kann der Besucher die Handwerksprodukte bewundern. Die Werkstatt, wo es von Gipsformen wimmelt, schließt sich direkt an die Verkaufsräume an. Im Nebenraum steht ein großer Brennofen für Ton. Der Arbeitstisch steht direkt hinter der Ladentheke. Ein großer, mit Holz beheizter Ofen sorgt für eine gemütliche Stimmung.

Die kleinen Kunstwerke stehen dicht gedrängt in den großen Holzregalen verteilt auf drei Räume. Die Hausherrin erzählt, dass sich ihre kleine, weiße Perserkatze ab und zu mal ein Schläfchen zwischen den Keramikfiguren gönne. Dem ein oder anderen Kunden habe diese „lebende Tonfigur“ schon einen Schrecken eingejagt. Das Atelier hat sich inzwischen auf Glasperlen und Keramiken spezialisiert. „Für Keramik habe ich eine große Vorliebe“, sagt Stinzing. Schon als Kind hatte die gebürtige Reddighäuserin viel gebastelt und Handarbeiten gemacht. Kleine Geschenke stellte sie immer selber her.

Im Jahr 1993 entschloss sie sich schließlich mit der Hilfe ihres Mannes einen kleinen Hobby- und Bastelladen zu eröffnen. Als Ladenlokal diente zunächst der Keller ihres Elternhauses. Da lag auch der Name „Hobby-Keller“ nahe. Schmuck, Teddybären und Papier hat die dreifache Mutter hier unter anderem angeboten, immer unterstützt von ihrem Mann.

Anfangs war es schwierig, Firmen zu finden, die den kleinen Kellerladen beliefern. Trotzdem sei sie zuversichtlich gewesen. „Wir schaffen das“, habe sie zu ihrem Mann gesagt. Nach einiger Zeit entschied sich Stinzing, selbstgefertigte Keramikprodukte anzubieten. Etwa drei Jahre später schaffte sie sich einen eigenen Ofen an. Gleichzeitig wuchs die Nachfrage für ihre Keramiken. Schnell wurde es in dem Keller zu eng für den Laden. Die Bastlerin stellte sich die Frage: „Bauen wir an?“

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 24. Dezember

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