Kampfhubschrauberregiment 36 trainiert auch im Frankenberger Land für den Einsatz in Afghanistan

Nächtliche Übung: „Tiger“ und „BO105“

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Vorbereitungen auf Afghanistan: Absicherungsübungen sind Soldaten des Kampfhubschrauberregimentes 36 aus Fritzlar mit zwei „Tiger“-Kampfhubschraubern und einer „BO105“ am Mittwochabend über Frankenberg geflogen.

Frankenberg - Drei über Frankenberg und Bottendorf kreisende Hubschrauber haben am Mittwoch gegen 22.30 Uhr Raum für Spekulationen gegeben: Ein schwerer Unfall, sucht die Polizei einen Flüchtigen, handelt es sich um eine Eskorte für einen Politiker? Die Antwort: Nichts dergleichen, bloß eine Übung der Bundeswehr, ergaben FZ-Recherchen - jedoch eine spektakuläre Übung.

Anfliegende Hubschrauber sind alle paar Tage über Frankenberg zu sehen. Meist ist es der orangefarbene Rettungshubschrauber aus Kassel, der über der Stadt noch eine Schleife fliegt, um dann auf dem Hubschrauberlandeplatz am Kreiskrankenhaus zu Boden zu gehen. Doch nach Einbruch der Dunkelheit ist Hubschrauberlärm eher selten zu hören. Und deshalb machten sich am Mittwochabend auch etliche Menschen im Frankenberger Land Gedanken, als gegen 22.30 Uhr gleich drei Helikopter über Frankenberg und Bottendorf ihre Runden zogen - minutenlang. Zu sehen war jedoch nicht mehr als die rot blinkenden Lichter der „unbekannten Flugobjekte“. Nach einer Weile verschwanden die Hubschrauber wieder gen Norden.

In Fritzlar stationiert

Zur Aufklärung konnte Donnerstagmorgen auch die Polizei in Frankenberg nicht beitragen, dafür aber Oberstleutnant Meik Kotthoff, stellvertretender Kommandeur des Frankenberger Bataillons für Elektronische Kampfführung 932. Er bestätigte die Vermutung: eine Übung des in Fritzlar stationierten Kampfhubschrauberregimentes 36. Die Heeresflieger bereiten sich mit dem Kampfhubschrauber „Tiger“ auf ihren bevorstehenden Einsatz in Afghanistan vor. Über den Stand der Vorbereitungen informierte sich Anfang August auch Verteidigungsminister de Maizière.

In Afghanistan soll der Kampfhubschrauber im Verantwortungsbereich des deutschen Regionalkommandos Nord ab Anfang des Jahres Bedrohungen aufklären und Soldaten am Boden in Gefechten unterstützen. Auch Begleitschutz für Transporthubschrauber und für Konvois am Boden soll zu seinen Aufgaben gehören. Dafür ist der Tiger mit modernsten optisch-elektronischen Sensoren ausgestattet und mit einem schweren Maschinengewehr, 70 Millimeter-Raketen und dem Lenkflugkörper HOT bewaffnet.

Sicherung von Konvois

Bei dem Einsatz am Mittwochabend unweit der Burgwald-Kaserne dürfte es sich laut Oberstleutnant Kotthoff um eine sogenannte Absicherungsübung gehandelt haben. Beteiligt daran waren zwei Kampfhubschrauber „Tiger“ sowie eine „BO105“. Die ist vermutlich gelandet, die beiden „Tiger“ haben in der Luft die Sicherung übernommen. Ein solches Manöver bei Nacht sei „ziemlich realitätsnah“, berichtet Kotthoff und verweist auf die Begleitung von Konvois am Boden oder die Eskortierung von Hubschraubern, in denen Politiker durch das Krisengebiet Afghanistans fliegen. Die Fritzlarer Heeresflieger haben eine dauerhafte Landeerlaubnis für die Burgwald-Kaserne. Landungen sind auf dem Exerzierplatz des EloKa-Bataillons möglich. Nach Auskunft von Oberstleutnant Kotthoff waren auch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Übungen im Frankenberger Land geplant.

Alle deutschen Kampfhubschrauber „Tiger“ sind in Fritzlar stationiert. Bei seinem Besuch inspizierte Verteidigungsminister de Maizière die ersten zwei Serienmaschinen des „Tigers“ in der Ausstattung für den Afghanistaneinsatz. Diese sind unter anderem mit Sandfiltern für das Triebwerk, zusätzlichem ballistischen Schutz und zusätzlichen „Führungsmitteln“ ausgestattet. Mit der Auslieferung des achten Luftfahrzeuges in dieser Version im September wird das Regiment über insgesamt 16 „Tiger“ verfügen.

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