Nahwärme: Arbeitsgruppen haben Satzung ausgearbeitet und andere Anlagen besucht

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Holzhackschnitzel: Dieser Rohstoff soll überwiegend genutzt werden, um in Frankenau öffentliche Gebäude und private Haushalte über das geplante Nahwärmenetz mit günstiger Wärme zu versorgen. Foto: dpa

Frankenau. Sie haben in den vergangenen Wochen viel Zeit und Arbeit investiert, um das Projekt Nahwärme-Versorgung in Frankenau weiter voranzutreiben.

Die Mitglieder der Gruppen „Projekt-Management“, „Technik“ und „Satzung“, die im Zuge der letzten Info-Veranstaltung zum geplanten Nahwärmenetz in dem Kellerwald-Städtchen gegründet worden waren (wir berichteten), blicken nun im Gespräch mit der HNA auf ihre bisherige Arbeit zurück und nennen erste Ergebnisse.

„Die Satzung steht. Sie muss jetzt nur noch beschlossen werden“, sagt der Sprecher der Gruppe, Wilfried Krämer. Man gehe davon aus, dass für den Bau der Anlage jeder der 59 Wärmeabnehmer eine Einlage von 3000 bis 3500 Euro zahlen müsse. Das Nahwärmenetz soll genossenschaftlich betrieben werden. Der Preis pro Anteil soll laut Krämer für jeden Genossen 250 Euro betragen. Ob im Betrieb letztlich auch eine Grundgebühr erhoben werde, soll ebenfalls noch besprochen werden.

Wenn die Satzung beschlossen ist, wird die ursprüngliche Projektentwicklungsgenossenschaft in eine echte Genossenschaft umgewandelt. Das soll in vier Wochen der Fall sein. „Wenn alles gut läuft, können wir im Herbst dieses Jahres die Ausschreibung für die Anlage machen und zeitnah mit dem Bau beginnen“, so Hilmar Werner, Sprecher der Gruppe „Projektmanagement“.

Der Frankenauer hat sich in den letzten Wochen mit weiteren Mitgliedern der Gruppe Nahwärme-Anlagen in Meschede (Hochsauerlandkreis), Erksdorf (Kreis Marburg-Biedenkopf) und Wettesingen (Kreis Kassel) angeschaut.

Die Anlage in dem Mescheder Ortsteil Wallen war mit dem geplanten Modell in Frankenau vergleichbar. „Dort wird Wärme überwiegend mit Holzhackschnitzeln erzeugt. Das soll bei uns auch der Fall sein. Die Zahl der Abnehmer ist in Wallen ähnlich wie in Frankenau“, sagt Werner. Er berichtet, dass für den Betrieb der Anlage in dem Mescheder Ortsteil fast ausschließlich ehrenamtliche Kräfte eingesetzt würden. Auch eine Grundgebühr hätten die Wärmeabnehmer dort zu zahlen, was den Wärmepreis konstant niedrig und vor allem konsequent unter dem Preis für Heizöl halte.

Viel Arbeit hat sich auch die Gruppe „Technik“ unter Vorsitz von Manfred Meier gemacht. Die Mitglieder schauten bei den Anschlussnehmern vorbei und machten sich ein Bild von deren Heizkosten und Wärmebedarf. Außerdem schauten sie, wie lang bei den Haushalten die Leitungen vom Heizkessel bis zur Hauptleitung sind. So bekamen sie einen Eindruck davon, wie die technische Umsetzung der Nahwärme-Trasse vonstatten gehen könnte.

Quelle: HNA

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