Edertalschule und „Zentrum für Mathematik“ richten den zweiten Mathe-Treff für talentierte Kinder

Aus dem Namen Oliver wird "654837"

+
Mit Begeisterung erledigen Arik (links) und Ann-Kathrin ihre Rechenaufgaben – freiwillig nach der Schule, und das freitagnachmittags. Das Team um Lehrer Oliver Blinn will talentierte Kinder beim „Mathe-Treff 3456“ frühzeitig fördern.Foto: Treude

Frankenberg - Freitagnachmittags nach der Schule zwei Stunden lang Mathe-Aufgaben lösen: Was kann es Schöneres geben? Für die Kinder des „Mathe-Treffs 3456“ gibt es nichts besseres. Das Projekt vom „Zentrum für Mathematik“ und der Edertalschule soll Rechenkünstler fördern.

Es ist Freitagnachmittag um halb vier. Während andere Kinder gerade ins Wochenende starten, sitzen 18 mathematikbegeisterte Dritt- und Viertklässler nahezu schweigend in der Kantine der Firma Hettich. Es ist eine Situation, wie sie sich jeder Lehrer nur wünschen kann. Die Aufgabenzettel sind verteilt und die Kinder beschäftigen sich mit nichts anderem, als den Zahlen und Rechenzeichen.

„Ich liebe rechnen“

Die Konzentration auf das Wesentliche hängt damit zusammen, dass das Spiel mit den Zahlen die große Leidenschaft der Teilnehmer ist. Zum zweiten Mal veranstaltet das „Zentrum für Mathematik“ gemeinsam mit der Edertalschule den „Mathe-Treff 3456“ - für Schüler von der dritten bis zur sechsten Klasse. Lehrer Oliver Blinn betreut die Kinder an fünf Freitagen, unterstützt wird er von den Oberstufen-Schülern Wimmel Wick und Niklas Pcaschnik.

Im Vorfeld wurden die Grundschulen in Frankenberg und Umgebung angeschrieben. Es gab mehr Rückmeldungen als Plätze, für den nächsten Kurs im Sommer gibt es eine Warteliste. „Wenn der Zuspruch so groß ist, dann ist es leicht, mit Begeisterung dabei zu sein“, sagt Oliver Blinn. Er verteilt Aufgaben und hilft den Teilnehmern, wenn sie mal nicht weiterwissen. „Wir wollen interessierte und talentierte Kinder früh fördern, aber das soll kein Unterricht sein.“ Und so geht es bei den anwendungsorientierten Aufgaben unter anderem auch um Haptik.

Um sich besser kennenzulernen, sollen die Kinder zum Beispiel auf einer imaginären Handy-Tastatur anhand der Ziffern ihren Namen nennen. Aus Oliver wird so „654837“. „Mathe ist viel mehr als rechnen“, sagt Blinn. Die Kinder sollen knobeln und Gesetzmäßigkeiten sowie Tricks entdecken, die das Lösen der Aufgaben erleichtern. Und das kommt an. „Ich liebe rechnen“, sagt Ann-Kathrin. Sie kommt für den Mathe-Treff freitags extra aus Frankenau. Auch Arik kann sich zum Start ins Wochenende kaum etwas besseres vorstellen, ist Mahte doch eines seiner Lieblingsfächer. Am Ende der fünf Kurse erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.

In diesem Jahr unterstützt die Firma Hettich den Mathe-Treff, Entwicklungsleiter Volker Linne gab den Kindern einen Einblick in die Arbeit des Unternehmens. „Wir wollen Kindern so frühzeitig die Gelegenheit geben, unsere Firma kennenzulernen“, sagt Ausbildungsleiter Volker Bornscheuer. (tt)

Kommentare