Azubis restaurieren Schwanzhammer

Der Namensgeber des Auhammers

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Stolz auf das restaurierte Hammer-Modell sind (von links) Auszubildender Albert Sartison, Ausbilder Klaus Reitz, Steffen Thielemann, Leiter Instandhaltung, Auszubildender Maxim Bugla und Praktikant Felix Penno.Foto: Mark Adel

Battenberg - Der "Hammer" ist das Symbol des Eisenwerks Hasenclever - jahrhundertelang war es das wichtigste Werkzeug des Unternehmens und hat dem "Auhammer" seinen Namen gegeben. Auszubildende haben einen Nachbau der historischen Maschine restauriert.

Das Original schlug viele Jahrzehnte auf dem Auhammer und ist damit auch ein symbol für die wirtschaftliche Entwicklung im Oberen Edertal. Zur 750-Jahr-Feier in Battenberg 1984 bauten Auszubildende des Eisenwerks Hasenclever einen solchen Hammer, von dem es etwa acht im Betrieb gegeben hatte, nach. Das funktionsfähige und in Originalgröße gefertigte Modell wurde im Festzug gezeigt.

Das Original ist Symbol für die langsam beginnende Industrialisierung im Oberen Edertal - 1773 wurde der Auhammer gegründet. Der gut sichtbar in der Einfahrt stehende Hammer soll den Bogen spannen zwischen der Tradition und der Zukunft des Unternehmens.

Der Nachbau stand an verschiedenen Plätzen auf dem Betriebsgelände, zuletzt in der Nähe des Ederradwegs. Doch in Zukunft soll das Modell wieder an zentraler Stelle an die Unternehmenstradition erinnern: Der Hammer steht in der Nähe des Eingangs und wird bei Dunkelheit sogar angestrahlt - gut sichtbar für Kunden, Mitarbeiter und Besucher der Firma.

Der Schwanzhammer soll den Stellenwert der geleisteten Arbeit während der Ausbildung im Unternehmen hervorheben. Die angehenden Gießereimechaniker Maxim Bugla und Albert Sartison, der angehende Modellbauer Philipp Kaisaer und Praktikant Felix Penno haben etwa zwei Wochen benötigt, um den Hammer in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Sie haben zunächst Holz und Metall geschliffen und abgebürstet. Die Stahlteile wurden mit Rostschutz grundiert und anschließend gestrichen, auch die schweren Holzbalken bekamen frische Farbe.

Die Jugendlichen durften auch kreativ sein. Die Farben waren zwar vorgegeben - Blau und Silber für Metall, braun für Holz - aber in der exakten Gestaltung waren sie frei. Der Hammer kann auch problemlos abgebaut und transportiert werden - mehrfach war er zum Beispiel im Umzug zum Rückersfest in Laisa zu sehen.

Betreut wurden die Auszubildenden von Ausbildungsleiter Klaus Reitz und von Steffen Thielemann, Leiter Instandhaltung. Das Vorbild wurde bis ins 20. Jahrhundert auf dem Auhammer betrieben. Er bestand aus einem zweiarmigen Hebel, dem Helf, der in der Mitte gelagert war und am Vorderende den „Bär“ trug. Der Hammer wurde mit Wasserkraft aus dem Auhammer-Graben betrieben. Der Helf wurde nach unten gedrückt, der „Bär“ schlug mit großer Wucht 60- bis 120-mal pro Minute nach unten und schmiedete landwirtschaftliche Stahlteile wie Schaufeln.

Das Modell könnte auch für Vorführungen genutzt werden. Angetrieben wird es aber nicht von Wasserkraft, sondern mit einem kleinen Elektromotor.

Das Original des Hammers ist im Freilichtmuseum Hessenpark ausgestellt. Es kann seit vergangenem Jahr in Betrieb betrachtet werden.

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