Karneval in Gemünden

Narren stürmen das Rathaus - Video

+
Cowboy-Bürgermeister Frank Gleim hat sein Rathaus an die Indianerinnen vom Elferrat verloren. Dafür bekam er ein rotes Holzpferd,

- Indianerfrauen trafen auf einen Cowboy. Nach dem Sturm des Rathauses zogen die Narren in einem bunten Umzug durch die Wohrastadt.

Die Karnevalshochburg der Bunstruth machte gestern ihrem Ruf wieder alle Ehre: Mit lautem Getöse, jede Menge Konfetti und Kamellen zogen 17 Motivwagen und Fußgruppe über Steinweg und Lindenstraße. Mehrere Tausend Zuschauer säumten die Straßen und jubelten den Narren zu. Die Kinder hatten große Freude beim Aufsammeln der vielen Bonbons. Die Karnevalisten verteilten auch hochprozentige Erfrischungen, Popcorn und viele weitere Geschenke. Der Gemündener Posaunenchor unter der Leitung von Till Schiefer und „Elton“ Christof Jarkow, führte den Zug in Zwergenkostümen an.

Für Marschmusik sorgte auch der Musikzug der Gemündener Feuerwehr. Bürgermeister Frank Gleim zog ein rotes Holzpferd durch die Straßen. Die Mitglieder des Reit- und Fahrvereins hatten sogar ein echtes Pony dabei und freuten sich über die Dachsanierung der Reithalle. Die Mitglieder der Feuerwehr beschäftigten sich mit der „Vögelgrippe“ in der Wohrastadt und hatten verkleidete Hühner auf einen Wagen gesperrt. Die Turnfrauen des TSV stellten die Frühschwimmer Staffel sechs mit bunten Schirmchen auf dem Kopf dar. Auf großen Motivwagen fuhren die TSV-Fußballer, die Sehlener Schoppendales und die Burgwaldgeister, verkleidet als Piraten mit.

Viele Karnevalsgruppen vom Rosenmontagsball waren auch gestern wieder im Umzug dabei: Zickenballett, Dance-Kids, Ladykracher, Damenelferrat oder Männerballett. Der Elternverein „Auezwerge“ sowie Firmen- und Praxiskollegen warteten mit ausgefallenen Verkleidungen auf. Aus der Nachbargemeinde kam die Bürgergarde Wohratal inklusive Bürgermeister Peter Hartmann. Die Gemündener Karnevalisten prämierten beim Kehraus im Bürgerhaus die originellsten Motive und Kostüme.

Neben der Festkapelle „Sunshine Band“ spielten anschließend in der Sport- und Kulturhalle auch der Posaunenchor und der Musikzug auf.

Schwierige Aufgaben mussten die Elferratsfrauen und Bürgermeister Frank Gleim beim Rathaussturm meistern. „Ho Bürgermeister, nun sind wir da, mit unserer Indianerschar“, rief Birgit Völker durchs Megaphon. Sie forderte den Rathauschef, der aus dem Fenster seines Dienstzimmers Konfetti warf auf, zur Kapitulation auf. „Wollt ihr in das Rathaus rein, setzt mal eure Kräfte ein“, entgegnete Gleim. Die Rathaustreppe war mit einem Holztor vernagelt.

Um an eine Säge zu gelangen, mussten die Elferratsfrauen einen Baumstamm über den Marktplatz ziehen. Mit Geschick und Kraft meistern sie die Aufgabe, stürmten das Rathaus und holten den Bürgermeister raus. Indianergruß, Anpirschen, mit Pfeil und Bogen schießen und Feuermachen - auch der Rathauschef bestand den Indianertest und übergab den aus Brotteig gebackenen Rathausschlüssel. Nach der „Blutsbrüderschaft“ marschierten die Narren über die Marktstraße und Steinweg zum Bürgerhaus.

von Frank Seumer

1484405

Kommentare