Gemünden

Narren stürmen Rathaus und ziehen durch die Stadt

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- Gemünden (sr). Sonnenschein, Karibikstimmung, laute Musik und jede Menge Bonbons bestimmten den Karnevalsumzug am Dienstag in der Wohrastadt.

Ihrem Ruf als Karnevalshochburg Nummer eins wurde die Stadt Gemünden am Dienstag wieder gerecht: 16 Gruppen zogen mit Motivwagen oder zu Fuß bei bester Stimmung über Steinweg und Lindenstraße. Die Mitglieder des Posaunenchores in Matrosenkostümen und der Feuerwehrmusikzug sorgten für die passenden Klänge. Fast 2000 Zuschauer säumten den Straßenrand. Besonders die Kinder wurden mit vielen kleinen Geschenken belohnt: Bonbons, Lutscher, Schokolade und sogar T-Shirts oder Malblocks verteilten die Karnevalisten. Für die Volljährigen gab‘s von vielen Gruppen auch mal ein Schnäpschen.

Bürgermeister Frank Gleim marschierte vorneweg und hatte sich als Wikinger passend gekleidet in den Damenelferrat eingereiht. Trotz anstehender Kommunalwahl blieben politische Themen nahezu außen vor. Lediglich die Turnfrauen des TSV, als Parkscheiben verkleidet, prangerten die Parksünder in der Gemündener Innenstadt an. Einen der aufwändigsten Motivwagen hatten die Sehlener „Schoppendales“ gebaut – mit Palmen, Sand und Meer, passend zu ihren Karibik-Kostümen und Tänzen in diesem Jahr.

Für laute Kanonenböller sorgte eine Gemündener Firmenbelegschaft, die den Bürgerkrieg der Nordstaaten gegen die Südstaaten darstellten. Viel Aufmerksamkeit erzeugten auch die Schlümpfe der „Burgwaldgeister“ auf einem von Kaltblutpferden gezogenen Wagen mit Adolf Bornmann an den Zügeln. Das Team vom Alten Bahnhof wies mit einer Lokomotive auf das 100-jährige Bahnhofsjubiläum hin. Die Mitarbeiter einer Arztpraxis verteilten in bunten Eisbärkostümen Geschenke. Das Gemündener Männerballett schoss sogar Feuerwerksraketen ab.

Mit Motivwagen waren die Kindertagesstätte Wolkenland und die Dancekids dabei. Die Gemündener Feuerwehrkarnevalisten waren ebenso vertreten wie das „Zickenballett“ und die Weidenhäuser Bürgergarde. Beim anschließenden Kehraus in der Sport- und Kulturhalle prämierten die Karnevalisten die originellsten Beiträge. Der Posaunenchor, der Feuerwehrmusikzug und die Band „Coronas“ sorgten für Unterhaltung.

Vor dem Umzug hatten die Narren das Rathaus gestürmt.Hey Bürgermeister komm‘ raus, wir wollen haben dein schönes Haus“, rief Birgit Völker von den Wikingerfrauen des Elferrates. Frank Gleim und seine Rathausmannschaft schauten aus den Fenstern und verteidigten sich mit jeder Menge Konfetti. Sogar goldene Schokotaler flogen. Nach einem kurzen Wortgefecht in Reimform beschwor Gleim Frieden. „Den Schlüssel sollt ihr nun erhalten, tut freudig dieses Haus verwalten.“ An einem Seil ließ er den Rathausschlüssel herunter.

Die Karnevalisten öffneten die alte Eichentür und stürmten den Sitzungssaal. Der Gemündener Posaunenchor unterhielt die Zuschauer draußen musikalisch. Drinnen schenkte Gleim Sekt aus und übergab die Macht an die Narren. Auf der Rathaustreppe überreichte er symbolisch einen aus Brotteig gebackenen Schlüssel und verlas die Kapitulationsurkunde. Nach einem kurzen Marsch über die Marktstraße und den Steinweg ging‘s ins Bürgerhaus, wo der Rathauschef Freibier ausschenkte.

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