Besonderer Gottesdienst auf der Hainaer Waldinsel · Informationstafel über die Lärche enthüllt

Die Natur mit allen Sinnen genießen

Die Pfarrer Dr. Jörg Mosig (Haina) und Dr. Sebastian Renz (Löhlbach) traten als „Kellerwald-Wanderburschen“ auf.

Haina (Kloster). - „Die Schöpfung nicht als selbstverständlich nehmen“ lautete das Motto eines Gottesdienstes am Sonntag auf der Waldinsel in Haina. Gemeinsam mit Dr. Sebastian Renz gestaltete Pfarrer Dr. Jörg Mosig einen „Staunegottesdienst“, bei dem die Natur mit allen Sinnen wahrgenommen werden sollte.

Die Natur mit allen Sinnen genießen, dazu forderte Pfarrer Mosig die Besucher auf, die sich auf die Wanderung auf dem Waldkulturerbeweg zur Waldinsel begeben hatten. Dazu sollten sie den Douglasienzweig, den jeder vor Beginn erhalten hatte, zwischen den Händen zerreiben und den würzigen Duft einatmen. Im Hintergrund war das Rufen eines Kolkraben zu hören und die Sonne schien auf die zahlreichen Gemeinde und den liebevoll geschmückten Steinaltar hinab, während der leichte Wind in den Bäumen rauschte.

„Die Bewahrung der Schöpfung fängt damit an, dass wir sie nicht als selbstverständlich nehmen“, forderte Mosig die Gemeinde auf. Das Leben sei ein Geschenk mitten unter Geschenken.

Lärche, der Baum des Jahres

Für diesen Gottesdienst boten die Bäume auf der Waldinsel eine herrliche Kulisse. Außer dem Kirchenchor stimmte die Gitarrengruppe Haina um Jörg Gunst das Lied „Geh aus mein Herz“ an und Ulrike Ritter spielte die Orgel. Um den Besuchern die Natur und die Schöpfung näher zu bringen, verkleideten sich die Pfarrer als zünftige Wanderer „Erwin“ und „Kurt“ und präsentierten einen Dialog, der die Gemeinde herzhaft lachen ließ.

Zusammen mit den Konfirmanden lasen sie den Schöpfungsbericht aus der Bibel und im Anschluss stellte Forstdirektor Manfred Albus den Baum des Jahres 2012, die europäische Lärche, vor. Jedes Jahr zeige diese Baumart ein für Nadelbäume unübliches Verhalten: Sie wirft in jedem Herbst ihre Nadeln ab. Aber nicht nur der Baum selber profitiere von dieser Überlebensstrategie, sondern auch der Mensch - durch die schöne Herbstfäbung. „Es ist Balsam für die Sinne, wenn die Lärche den goldenen Herbst einläutet“, sagte Albus. In seiner Liebeserklärung an die Natur im Allgemeinen und an die Lärche im Besonderen bezeichnete er die Lärche als einen „liebenswürdigen und menschenfreundlichen Baum“.

Nach dem Gottesdienst wurde eine Informationstafel über die Lärche enthüllt. Man habe dabei bewusst auf eine prominente Persönlichkeit verzichtet, sagte Albus. „Wir wollen als forstlicher Wirtschaftsbetrieb auf unseren beruflichen Nachwuchs setzen.“ Die Ehre, „den Baum an die Öffentlichkeit zu übergeben“, hatten die Auszubildenden Marcel Knoche aus Altenlotheim und Lukas Henkel aus Dainrode sowie Praktikant Niklas Bräutigam aus Allendorf/Hardtberg.

Die beiden Pfarrer luden die Gemeinde noch zu einem gemeinsamen Essen ein, so dass der Vormittag bei Wildgulasch gesellig ausklang.

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