Frankenau

Der Natur helfen, sie selbst zu sein

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- Frankenau (gl). Heideflächen abplaggen, fremde Pflanzen entfernen, Bäume von Schutzdrähten befreien – Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam daran, den Nationalpark in seinen natürlichen Zustand zurückzuversetzen.

Es ist ein in dieser Form einmaliges Projekt im Landkreis – mit der Möglichkeit, wiederholt zu werden. Lebenshilfe, Kegelbergschule und das Bergwaldprojekt, das sich für den Erhalt von Wäldern einsetzt, sorgen dafür, dass menschliche Spuren aus dem Nationalpark Kellerwald-Edersee getilgt werden.

Das ist pure Handarbeit: Es gilt, Heideflächen abzuplaggen, also von Gras zu befreien, Schutzgitter von Bäumen zu entfernen, eingeschleppte Pflanzen aus dem Nationalpark zu entfernen und mehr. Sieben betreute Mitarbeiter des Lebenshilfewerks und sechs Kegelbergschüler arbeiten im Nationalpark, unterstützt durch Freiwillige, Lehrer und eine Praktikantin. Dazu sind elf Freiwillige des Bergwaldprojektes im Wald, sowie drei hauptamtliche Mitarbeiter des Vereins.

Die Freiwilligen wie auch die Mitarbeiter des Lebenshilfewerks haben sich eigens für das Aufräumen im Nationalpark Urlaub nehmen müssen – es war eine ganz bewusste Entscheidung, sich in der freien Zeit für die Natur zu engagieren. Für die Lebenshilfemitarbeier und die Kegelbergschüler ist es nichts Neues, sich im Wald aufzuhalten und Spuren des Menschen zu entfernen. Harald Vogler, Rektor der Schule, erzählt, dass bereits seit 2004 so die Arbeit der Ranger im Nationalpark unterstützt wird. Freiwillige der Lebenshilfe sind seit 2009 dabei, sagt Martina Fackiner, Freiwilligenkoordinatorin des Werks.

Vogler sieht besonders die praktischen Vorteile für die Jugendlichen. „Freundschaft, Sexualität, Wohnen“, mit diesen Lebensbereichen würden sich die höheren Jahrgänge auseinandersetzen, sagt er. Selbstverständlich sei es, dass auch das Arbeiten dazu gehört. Die Arbeitsgemeinschaft „Arbeiten in der Natur“ soll den Schülern Berufe wie Gärtner oder Landschaftsbauer näher bringen helfen. Fackiner hebt den integrativen Aspekt des Projektes hervor: Menschen ohne Behinderung aus gesamt Deutschland und Menschen mit Behinderung aus dem Frankenberger Land arbeiten Hand in Hand und verbringen – mit Ausnahme der Kegelbergschüler – auch die Nächte gemeinsam im Albert-Schweitzer-Heim.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 23. September.

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