Böcke jagen Rehdamen – Autofahrer sollten in nächster Zeit aufmerksam fahren

Naturschauspiel: Brunftzeit der Rehe hat jetzt begonnen

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Über mehrere Kilometer, Stunden und Tage verfolgen Böcke die Ricken während der Brunftzeit. Der Beschlag dauert dann nur ein paar Sekunden. Während der nächsten Wochen sollten Autofahrer besonders aufmerksam fahren.

Waldeck-Frankenberg. Wilde Verfolgungsjagden und Ausweichmanöver: Spaziergänger und Tierfreunde, die sich in diesen Tagen Zeit nehmen, bekommen auf Wiesen ein seltenes Naturspektakel geboten.

Denn von Ende Juli bis Anfang August stehen die Chancen gut, Rehe in der Feldgemarkung zu beobachten. Die Brunft hat begonnen – und damit für Autofahrer eine besonders gefährliche Zeit.

Dann nämlich ziehen Rehböcke auf der Suche nach paarungsbereiten Ricken weit umher. Bei der Brunft verfolgt der Bock die Ricke über mehrere Kilometer, Stunden und Tage. Bei dieser Hetzjagd entstehen die markanten ,,Hexenkreise‘‘. So werden die kreisförmigen Laufspuren des Rehpaares genannt, die in der Bodenvegetation entstehen. Weibliche Rehe zeigen ihre Bereitschaft durch ihre Urinwitterung und suchende Fieptöne. Jäger nennen diese Periode „Blattzeit“, weil sie dann auf einem Blatt oder anderem Lockinstrument das Fiepen zum Heranlocken der Böcke benutzen.

Ausweichmanöver: Nach der Brunft weichen Rehdamen zudringlichen Böcken gerne in Getreidefelder aus.

Zunächst muss eine brunftige Ricke einen herbei eilenden Partner akzeptieren. Dann beginnt oft auf einer Wiese eine längere Verfolgungsjagd, bei der sie in Kreisen davoneilt und er unter keuchenden Lauten folgt. Eine Viertelstunde lang dauert meist das Treiben, dann werden ihre Kreise enger. Wenn die Ricke schließlich paarungsbereit stehen bleibt, darf der Bock an ihrem Geschlechtsteil Witterung aufnehmen und den kurzen Beschlag ausführen. Die Paarungsbereitschaft der Ricke dauert etwa zwei Tage, in denen der Beschlag oft durchgeführt wird. Danach zieht der Bock weiter und sucht eine andere Partnerin. Nach ihrer Brunft weichen die Rehdamen zudringlichen Rehböcken manchmal durch hohe Fluchten in Getreidefelder aus.

Bei der Ricke stellt sich dann eine Eiruhe bis Ende des Jahres ein. Erst dann beginnt die Entwicklung des Fötus. Im Mai kommen die Kitze, oft zwei, auf die Welt.

Rehe stellen in Deutschland die zahlenmäßig wichtigste Wildart dar. Wegen ihres Verbisses an Forstpflanzen werde ihre Bestände durch Bejagung begrenzt. Für die meisten Beobachter sind und bleiben sie aber anmutige, zierliche und scheue Wildtiere, die von naturliebenden Menschen freudig begrüßt werden. (r)

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Quelle: HNA

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