Tierschutzverein Frankenberg zog Bilanz

Negativrekord: 417 Katzen mussten betreut werden

Wohin mit den vielen Katzen: 2012 sind 145 Katzen mehr als 2011 im Frankenberger Tierheim abgegeben worden. Archivfoto: Wenzel

Frankenberg. Einen Negativrekord verzeichnete der Tierschutzverein Frankenberg in seiner Jahreshauptversammlung bei der Zahl von 417 Katzen, die betreut werden mussten. Das waren 145 Katzen mehr als im Vorjahr.

Entsprechend hoch waren die Kosten, die auch von den zuständigen Kommunen mitgetragen werden müssen.

Vorsitzende Renate Seifert monierte in ihrem Bericht die immer noch ausstehende Verordnung des Landkreises, die bei freilaufenden Katzen eine Kastration und eine Kennzeichnung der Tiere vorschreibt. Das würde die Kosten der Tierheime deutlich senken und demnach auch zur finanziellen Entlastung der zuständigen Kommunen beitragen, meint sie.

Angeprangert wurde auch die Schleusung von Hundewelpen aus dem Ausland, die meist unter falschen Angaben im Internet an gutgläubige Deutsche verkauft würden. Oftmals seien die Tiere ungeimpft, ungechipt und krank.

Die sogenannten Zuchten finden unter teilweise schrecklichsten Bedingungen in ihrem meist osteuropäischen Heimatland statt. Aber auch deutsche Zwischenhändler profitieren mittlerweile von dem lukrativen und schmutzigen Geschäft.

Tierheimleiterin Barbara Wachtendorf zog über den betreuten Tierbestand Bilanz. Zum Bestand von 55 Katzen zum Jahresbeginn 2012 kamen im laufenden Jahr weitere 433 dazu.

417 waren Fundkatzen, wovon elf an die Besitzer zurückgingen. 178 Katzen wurden nach Kastration an ihre Futterstellen zurückgegeben. 196 Katzen wurden an neue Besitzer vermittelt. Auch zum Jahresende befanden sich noch 55 Katzen im damit noch total ausgelasteten Heim.

Zu den 64 Hunden im Heim zählten Ab- und Rückgabehunde sowie 24 Fundhunde, die an ihre Besitzer zurückgegeben wurden. Insgesamt wurden 35 Hunde vermittelt. Zum Jahresende befanden sich noch sieben Tiere im Heim.

Sogar sieben Ratten dabei

Ein großes Problem bereitet auch die Abgabe von 50 Kleintieren, für die das Tierheim normalerweise gar nicht ausgerichtet ist. So mussten 28 Kaninchen, Sittiche, Schildkröten, Hamster, Meerschweinchen und sogar sieben Ratten, die als Schlangenfutter vorgesehen waren, versorgt werden.

Bis auf ein Meerschweinchen und ein Kaninchen konnten die Kleintiere vermittelt werden. (cz)

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Quelle: HNA

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