Gemeindehaus in Frankenberg

Neubau nicht mehr in diesem Jahr

+
Das Gemeindehaus am Hinstürz muss definitiv weichen – allerdings anders als geplant nicht mehr in diesem Jahr. Voraussichtlich 2013 soll der Bau eines neuen Gemeindehauses mit Pfarrhaus beginnen.Foto: Malte Glotz

Frankenberg - Eigentlich war der Abriss des Gemeindehauses am Hinstürz bereits für das vergangenen Frühjahr angedacht - doch noch steht das Haus und noch wird es auch genutzt: Noch müssen finanzielle Details des Neubaus geklärt werden.

Ein Hingucker war das Gemeindehaus am Hinstürz nie, eher ein Funktionsbau. Inzwischen ist das Gebäude aus dem Jahr 1959 zudem mehr, als nur etwas in die Jahre gekommen. Nach langen Verhandlungen und Diskussionen hat sich der Kirchenvorstand im vergangenen Jahr deshalb dazu durchgerungen, das bestehende Gemeindehaus abzureisen. Schwere Baumängel hätten eine aufwendige Renovierung des gesamten Gebäudes unumgänglich gemacht. Da aber die Frankenberger Kirchengemeinde für die Zahl ihrer Mitglieder ohnehin über zu viel Raumfläche verfügt, hätte die Landeskirche den Umbau nicht gefördert - Abriss und ein deutlich reduzierter Neubau waren so die favorisierte Lösung.

Im Herbst des vergangenen Jahres hieß es noch, schon im Frühjahr 2012 könnten die Bagger rollen. Doch noch nutzen sowohl die Kirchengemeinde als auch die Kantorei das Gemeindehaus am Hinstürz zum Proben - wohl bis in das nächste Frühjahr. „Der Zeitplan hängt davon ab, wie die Gespräche mit Kassel laufen“, erklärt der geschäftsführende Pfarrer Christoph Holland-Letz, der zudem die für den Hinstürz zuständige Kollegin Felicita Wickert vertritt. Die Gemeinde befinde sich im Gespräch mit dem Bauberater der Landeskirche, der letztlich auch die baufachliche Genehmigung für den Neubau geben müsse. „Die Planungen sind noch nicht abgeschlossen“, berichtet Holland-Letz. Insbesondere der Anteil der Landeskirche Kurhessen-Waldeck an den Gesamtkosten - zu deren Umfang sich Holland-Letz noch nicht äußern möchte - sei noch nicht klar. Aber: „Wir befinden uns auf der halben Strecke des Weges zum Neubau“, beschreibt der Frankenberger Pfarrer die Fortschritte.

Konkreter ist jedoch der Status des benachbarten Pfarrhauses, das zuletzt von Pfarrer Wilhelm Steenecker bewohnt wurde. Es ist nach Auskunft von Holland-Letz bereits seit Januar dieses Jahres verkauft. Pfarrhaus und Gemeindehaus befinden sich auf zwei Grundstücks-Parzellen, von denen eine mit veräußert wurde. Beides liege nun in privater Hand. So spart sich die Kirchengemeinde auch die Renovierung des für die heutigen Bedürfnisse vollkommen überdimensionierten Hauses: Es war für eine Pfarrersfamilie mit sechs Kindern geplant worden. Die Erlöse aus Grundstücks- und Immobilienverkauf sollen in den Neubau des Gemeindehauses mit neuem, kleineren Pfarrhaus fließen.

Dafür bleiben auf der Parzelle, auf der auch bisher das Gemeindehaus steht, rund 1600 Quadratmeter. „Das reicht für ein kleines Gemeindehaus und eine Pfarrhaus mit Pfarrgarten“, beschreibt Holland-Letzt den Umfang des in Planung befindlichen Neubaus. Umsetzen soll diesen der heimische Fertighaus-Hersteller FingerHaus. Optisch sollen Gemeindehaus und Pfarrhaus eine Einheit bilden, aber dennoch klar getrennt sein.

Dass in dem Gemeindehaus nicht mehr so viel Platz zur Verfügung steht, ist die logische Konsequenz aus dem Neubau und auch von der Landeskirche gewollt. Christoph Holland-Letzt spricht von einem Gemeinderaum für gut 50 Personen. Geeignet sei der Raum insbesondere für den Konfirmandenunterricht, für Bibel-Stunden oder den Mutter-Kind-Kreis, den Felicita Wickert auch im neuen Gemeindehaus anbieten möchte. Hinzu kommen sogenannte Funktionsräume, also Toiletten, Küche, Stuhllager.

„Für größere Veranstaltungen muss dann auf das Gemeindehaus Auf der Burg ausgewichen werden“, kündigt Holland-Letz an. Die Kantorei übe unter ihrem Leiter Daniel Gádornyi ab Beginn der Abrissarbeiten wie angekündigt in der Aula der Edertalschule. Das neue Gebäude biete für derartige Zwecke nicht mehr genügend Raum.

Wann genau die Bewohner des Hinstürz Abschied nehmen können von ihrem mehr als 50 Jahre alten Gemeindehaus, steht noch nicht fest. Sicher ist, dass das für Sonntag, 9. September, vorgesehene Gemeindefest, mit dem dem alten Gebäude die letzte Ehre erwiesen werden sollte, deutlich später stattfinden muss. Ein halbes Jahr werde mindestens noch vergehen, schätzt Holland-Letz, ohne sich auf einen genauen Zeitrahmen festlegen zu wollen: „Wir haben grundsätzlich grünes Licht, brauchen aber noch die genaue Richtung, in die es geht“.

Kommentare