Battenberg

Neuburg-Sanierung kostet 2,12 Millionen Euro

- Battenberg (da). Die Neuburg ist Battenberger Wahrzeichen und das bekannteste Gebäude der Stadt. Doch eine grundlegende Sanierung ist dringend erforderlich. Die kostet 2,12 Millionen Euro, hat ein Architekt ermittelt.

In einer gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanz- sowie Bauausschuss, Battenberger Ortsbeirat und Magistrat stellte der Marburger Planer Michael Schneider-Lange das Gutachten vor. Es war von der Stadt in Auftrag gegeben worden und sah neben der Ermittlung der erforderlichen Arbeiten auch ein Konzept zur weiteren Nutzung als Stadtverwaltung vor. Ob seine Vorschläge auch aufgenommen und umgesetzt werden, ist noch nicht entschieden. „Das Gebäude macht grundsätzlich einen sehr guten Eindruck“, sagte der Experte über das 1732 erbaute ehemalige Jagdschloss, das heutige Rathaus. Wegen des Fachwerks sei es aber auch pflegeintensiv, „und jetzt ist eine Pflegephase erforderlich“. Schäden seien in „unterschiedlichster Form“ aufgetaucht. Schädlinge haben sich in Holzbalken festgesetzt. Auch das Fachwerk sei teilweise beschädigt, sagte Schneider-Lange. Die komplette Heizungsanlage muss ausgetauscht werden, ebenso die gesamte Elektrik. Sie sei für eine moderne Verwaltung nicht mehr zeitgemäß. An den Fassaden sind weitere Arbeiten notwendig. Der Putz hält an vielen Stellen nicht mehr, stellenweise ist er abgeplatzt. Auch das Mauerwerk hat teilweise gelitten. Der Dachstuhl der Neuburg ist noch in originalem Zustand. Allerdings hat eingedrungenes Wasser einige Holzteile beschädigt. Auch haben die Balken sich im Lauf der vielen Jahrzehnte unterschiedlich bewegt. Dennoch sei auch die Dachkonstruktion überaus stabil gebaut worden. Die Schiefereindeckung des Dachs müsse erneuert werden, Schäden an Fassaden seien weitere Probleme. Aber: „Die Grundstruktur ist in sehr gutem Zustand“, wiederholte Schneider-Lange mehrfach. An der Scheune seien nur einige „Schönheitsreparaturen“ notwendig, erklärte der Architekt, der unter anderem auch die Sanierung der Hatzfelder Emmauskapelle geleitet hatte. Etwas aufwändiger wird es aber auch am Wirtschaftsgebäude, wo Bürgerbüro und Zulassungsstelle untergebracht sind. Schneider-Langes Konzept sieht neben der Sanierung auch den Bau eines Aufzugs vor, um das Rathaus rollstuhlgerecht zu machen. In der ehemaligen Wohnung werden Büroräume eingerichtet, die restliche Aufteilung bleibe. Er empfiehlt zudem eine Wärmedämmung. Das sei möglich, weil der Putz ohnehin erneuert werden muss. Auch zum Wirtschaftsgebäude mit Bürgerbüro und Zulassungsstelle wird ein behindertengerechter Zugang gebaut. Die Büros werden außerdem mit der Hauptverwaltung verbunden – derzeit ist ein direkter Zugang nicht möglich. In den Gebäuden sind also umfangreiche Arbeiten geplant, die Grundstruktur der Räume soll aber erhalten bleiben. Unter anderem sind hohe Investitionen in den Brandschutz nötig. In den Kosten von 2,12 Millionen Euro ist auch die Sanierung von Stützmauern am Berg inbegriffen. Hinzu kommen noch etwa 25 000 Euro für Container, in die die Stadtverwaltung während der etwa ein Jahr dauerten Arbeiten am Hauptgebäude ziehen müsste. In einem zweiten Schritt würde dann das Wirtschaftsgebäude saniert. Die Bauzeit bezifferte der Architekt auf insgesamt zwei Jahre. Weil es sich um ein besonders wertvolles Kulturdenkmal handelt, werde die Denkmalpflege die Sanierung genau beobachten, sagte der Architekt. Bürgermeister Horsel ergänzte, dass Fördergelder im Falle einer Sanierung zugesagt wurden. „Es gibt aber noch keine Aussagen über die Höhe.“ Mehr lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der Frankenberger Zeitung.

Kommentare