Neue Gema-Regeln bedrohen Diskotheken im Kreis

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Archivbild aus dem Bonkers-Club in Frankenberg.

Waldeck-Frankenberg. Diskotheken-Betreiber und Organisatoren von Musikveranstaltungen müssen ab 2013 mit höheren Kosten rechnen: Die Verwertungsgesellschaft Gema hat eine neue Tarifstruktur entwickelt.

Statt elf Tarifen sollen künftig zwei die Vergütungssätze regeln – zum Nachteil für Diskotheken. Für den Bonkers-Club in Frankenberg bedeute die neue Tarifstruktur einen Anstieg der Kosten um 500 bis 600 Prozent, sagt Geschäftsführer Benjamin Battefeld. „Das sind finanzielle Einschnitte, die nicht tragbar sind“, erklärt er.

Seit den 90er-Jahren habe die Gema den Betrag um das 15-fache erhöht. „Wenn die Gema ihr Vorhaben umsetzt und dadurch Discotheken schließen, werden mehr Jugendliche auf den Straßen sein und Anwohner belästigen“, sagt Battefeld. Der Bonkers-Club werde die anfallenden Kosten nur schwer auffangen können. Das gelte auch für die Diskothek Utopia in Geismar, die ebenfalls von Familie Battefeld betrieben wird.

Aufgrund der neuen Tarifstruktur muss auch das Discoteam Battenberg als Veranstalter des Discoabends in Battenberg mit 20 Prozent mehr Kosten rechnen. „Das ist eine bittere Pille, die wir schlucken müssen“, sagt Vorsitzender Dirk Wind. Dennoch werde der Discoabend – einer der größten der Region – bestehen bleiben. Für die Stadt Bad Wildungen ändere sich nicht viel. „Die Stadt veranstaltet überwiegend Konzerte“, sagt Gereon Schoplick, Veranstaltungsleiter beim Stadtmarketing.

Betroffen von der neuen Tarifstruktur sind Tanzmusik-Veranstaltungen mit Live-Musik und Veranstaltungen mit Tonträgerwiedergabe – ausgenommen sind reine Konzerte.

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Quelle: HNA

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