Kirchliche Gebietsreform zwischen Frankenau und Geismar wirft ihre Schatten voraus

Neue Grenzen, neue Gemeinden

Das Louisendorfer Kirchlein ist namensgebend für das Kirchspiel, das demnächst möglicherweise wachsen könnte – oder sich einen Pfarrer mit einer Nachbargemeinde teilen muss. Grund dafür ist die neue Bemessung bei der Zuweisung von Pfarrstellen. Fotos: Andrea Pauly

Frankenau/Frankenberg - Das Verhältnis von Pfarrstellen zu Gemeindegrößen wird neu bemessen. Das führt in den Kirchengemeinden Geismar, Frankenau und im Kirchspiel Louisendorf zu Veränderungen. Welches Dorf künftig zu welcher Kirchengemeinde gehört, steht bisher noch nicht fest.

Klar ist schon jetzt: Es wird Veränderungen geben. Das bestätigte Dekanin Petra Hegmann auf Nachfrage der FZ. Die Landeskirche bemisst die Zuteilung von Pfarrstellen mit einem neuen Schlüssel. Die Grenzen sind nach oben gesetzt worden - das heißt, Gemeinden und Kirchspiele müssen größer werden, um eine volle Pfarrstelle zu erhalten.

Fest steht auch, dass es eine „Pfarrstellenanpassung“ für die Gemeinden Frankenau und Geismar geben wird. Denn nach dem neuen Schlüssel stehe Geismar und Frankenau nur jeweils eine Dreiviertel-Stelle zu. „Die Stellen sind aber mit einer ganzen Pfarrstelle besetzt. Das ändert man auch nicht, während sie noch besetzt sind“, betonte Hegmann.

Im Kirchspiel Louisendorf steht ein Wechsel bevor. Dessen Pfarrer Heinrich Giugno geht voraussichtlich zum 1. Januar 2016 in den Ruhestand. Den neuen Zahlen zufolge stünde für die drei Dörfer dann nur noch eine halbe Pfarrstelle zur Verfügung.

Um das Problem zu lösen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Das Kirchspiel könnte weitere Dörfer „eingemeinden“, um ausreichend Gläubige aufzuweisen. Oder aber die Stelle wird gar nicht mehr besetzt und das Kirchspiel wird mit einer anderen Kirchengemeinde verbunden, so dass beide gemeinsam mit einer vollen Pfarrstelle auskommen.

Dass also etwa Dainrode künftig zum Kirchspiel Louisendorf gehört, „könnte passieren“, bestätigt Hegmann. Sie ergänzt aber, dass das nicht die einzige Variante ist: „Es gibt verschiedene Optionen, die diskutiert werden“, von denen die Anpassung an die kommunale Grenze nur eine sei - und die würde nicht ausreichen: „Das funktioniert aber von den Zahlen her nicht.“ Deshalb gebe es weitere Varianten, die derzeit in den Kirchenvorständen diskutiert werden. Mit konkreten Entscheidungen rechnet die Dekanin erst gegen Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres.

(von Andrea Pauly)

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