Ausbildung zum Alten-, Kranken und Kinderkrankenpfleger in Waldeck-Frankenberg

Neue Pflegeausbildung: Qualitätsverlust im Kreis befürchtet

+
Krankenpflegeausbildung am Kreiskrankenhaus Frankenberg: Die jungen Frauen Celine Mohr, Annika Jakobi und Mireille Schumann (von links) absolvieren noch die klassische Ausbildung mit Spezialisierung auf den Einsatz im Krankenhaus. Das Bild zeigt sie mit Horst Schmitt, dem kommissarischen Leiter des Schulzentrums für Pflegeberufe, und Diplom-Pflegepädagogin Brita Ziske. 

Waldeck-Frankenberg. Krankenhäuser und Pflegeschulen kritisieren das Vorhaben, die Ausbildungen zum Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger in eine einzige zusammenzufassen.

„Wenn drei Berufe in der gleichen Zeit erlernt werden sollen, ist zu befürchten, dass die Qualität der Ausbildung zwangsläufig leidet“, sagt eine Sprecherin des Korbacher Stadtkrankenhauses.

Vornehmlich kritisch sehen Krankenhäuser und Pflegeschulen im Kreis das Vorhaben der Bundesregierung, die drei Ausbildungen zum Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger ab 2018 in eine einzige zum Pflegefachmann zusammenzufassen.

Die Ausbildungsinhalte der bislang drei hoch spezialisierten Berufe stimmten nur in einigen Bereichen überein. Dies werde insbesondere deutlich, wenn man die Besonderheiten Kinder- und Altenpflege betrachte. „Hier stellt sich die Frage, ob eine detaillierte und umfangreiche Wissensvermittlung noch gewährleistet werden kann“, sagen Daniela Flegel vom Bildungszentrum und Ruth Fürsch von der Pflegeeinrichtung der Klinik.

Auch Silke Kaufmann, Leiterin der Altenpflegeschule des Waldeckschen Diakonissenhauses Bad Arolsen, befürchtet einen „starken Qualitätsverlust“. Das spezifische altenpflegerische Fachwissen werde reduziert werden müssen.

Die Pflegeeinrichtungen müssten die examinierten Pflegekräfte bezüglich des Fachwissens weiterbilden und dies organisieren und finanzieren.

Sie glaubt ebenso wenig wie Andreas Nerowski, Pflegedienstleiter am Kreiskrankenhaus in Frankenberg, dass mit der generalisierten Ausbildung das Problem des Pflegenotstandes gelöst werde, was ein Ziel der Regierung ist.

Am Bad Arolser Krankenhaus wird die neue Ausbildung hingegen als ein „im Grundsatz richtiger Schritt“ bewertet, aber man weist auch darauf hin: „Wir brauchen für die Pflegefachkräfte noch mehr als jetzt auf den Stationen eine systematische und auf den Bereich bezogene individuelle Einarbeitung.“

Weitere Details, was die Zusammenlegung für Belastungen, Nachtteile aber auch Vorteile mit sich bringt könnte und einen Kommentar zum Thema lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Kommentare