Frankenberg

Neue Wasserkraftanlage: EGF will verstärkt auf Öko-Strom setzen

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- Frankenberg (jos). An der Niedermühle hat die Energiegesellschaft Frankenberg (EGF) am Donnerstag eine neue Wasserkraftanlage offiziell in Betrieb genommen. Sie soll jährlich 300 000 Kilowattstunden Strom erzeugen.

Angesichts des globalen Klimawandels ist das Thema Öko-Strom aktueller denn je. Anbieter von Energie aus regenerativen Quellen verzeichneten gerade in den vergangenen Wochen einen regelrechten Ansturm von neuen Kunden – auch bedingt durch die jüngsten Störfälle im Vattenfall-Atomkraftwerk Krümmel. Auf nachwachsende Rohstoffe zu setzen lautet also das Gebot der Stunde, das auch die EGF als lokaler Energieversorger für das Frankenberger Land befolgt.

Acht Prozent Öko

Der Anteil des Öko-Stroms liegt bei der EGF laut Angaben von Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter derzeit noch bei etwas mehr als acht Prozent – soll allerdings erhöht werden. Die Wasserkraft spielt dabei keine unwesentliche Rolle. Alleine die neue Anlage könnte den Öko-Strom-Anteil um etwa ein Prozent erhöhen, schätzt Schleiter.

Mit der bereits existierenden Anlage an der Niedermühle zusammen soll die neue Anlage jährlich rund 550 000 Kilowattstunden Strom erzeugen. „Damit können rund 550 Tonnen Kohlendioxid und 16 Tonnen Schwefeloxid vermieden werden“, sagte Bürgermeister Christian Engelhardt, der die Anlage als Aufsichtsratsvorsitzender der EGF am Donnerstag offiziell in Betrieb genommen hat.

Die neue Anlage hat laut Engelhardt 470 000 Euro gekostet – „ein Teil davon wurde auch über die aktuellen Konjunkturprogramme des Bundes und des Landes gefördert“. Neben dem Umweltschutzgedanken bei der Stromerzeugung sei noch ein weiterer Aspekt berücksichtigt worden: In die neue Anlage wurden eine Fischtreppe und ein so genannter Borstenfischpass mit eingebaut. Der soll neben Fischen auch anderen Kleinlebewesen ein Passieren der Wasserkraftanlage ermöglichen. Engelhardt betonte, dass die EGF eng mit den örtlichen Umweltschutzgruppen zusammen gearbeitet habe und dies auch in Zukunft tun werde.

Der Aufsichtsratschef kündigte gestern außerdem an, dass die EGF ihre Initiativen in der Stromerzeugung durch Sonnenkraft verstärken wolle. Darüber hinaus sei ein Nahwärmenetz im Umfeld des Frankenberger Landratsamtes geplant.

Abwärme nutzen

Geschäftsführer Schleiter erklärte dazu auf FZ-Nachfrage, dass derzeit untersucht werde, inwieweit die Abwärme aus der Waffelproduktion der Firma Gromet genutzt werden kann. Mögliche Kunden könnten unter anderem die Kreisverwaltung im ehemaligen Kloster sowie die Frankenberger Bank sein. Gleichzeitig prüft die EGF laut Schleiter derzeit, auf welchen Dächern Photovoltaikanlagen installiert werden könnten. In Frage kämen zum Beispiel das Katastrophenschutz-Zentrum in der Auestraße oder auch der Betriebshof. Auch nach Flächen für Solar-Parks halte die EGF derzeit Ausschau, sagte Schleiter.Der von der Bundesregierung forcierte Anteil von 20 Prozent Öko-Strom am Gesamt-Energiemix sei für die EGF zwar „in absehbarer Zeit noch nicht zu erreichen“, sagte Schleiter. Aber man arbeite daran.

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