Dorferneuerung

Neuer Glanz in altem Gemäuer

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Reinhold Jokic hat ein mehr als 100 Jahre altes Haus saniert. Im Keller hat er einen Brunen, den er durch eine Glasscheibe sichtbar macht und beleuchtet.

Bromskirchen-Somplar - Die Dorferneuerung in Somplar schreitet voran, bisher gab es acht private Antragssteller - eine Zahl die durchaus noch steigerungsfähig ist.Anträge auf Förderung sind noch bis September 2016 möglich.

Beim Gang durch die frisch sanierten Häuser von Tobias Vaupel und Reinhold Jokic sieht man sofort, wie wichtig es ihnen war, die Geschichte ihres Anwesens hochzuhalten. In den mehr als 100 Jahre alten Häusern, die mithilfe eines Zuschusses der Dorferneuerung instand gesetzt wurden, sind Relikte aus vergangenen Zeiten zu sehen.

So fallen direkt zwei Gegenstände ins Auge, die in den bisher noch leeren Räumen in Vaupels Haus einsam an der Wand hängen: „Die alte Kaffeemühle und die Wanduhr im Wohnzimmer habe ich vom Vorbesitzer übernommen“, sagt der 29-Jährige. Auch hatte er die Idee, zwei alte Fenster aufzuarbeiten und in die Wand zwischen Wohnzimmer und Küche einzubauen. Sein neues Eigenheim kaufte Vaupel für einen vierstelligen Betrag, nachdem es drei Jahre leer gestanden hatte. Im August 2012 fing er mit der Entkernung an. Dabei kamen immer neue Probleme auf: Ein Balken in der Nähe des Kamins war über die Länge von 15 Zentimeter komplett durchgebrannt, durch einen weiteren hatte sich Efeu seinen Weg gesucht, zunächst war das Klo zu niedrig montiert.

165 000 Euro hat der 29-Jährige in Material und Handwerker investiert, sogar einen Fledermauskasten im Dach einbauen lassen. Durch die Dorferneuerung erhielt er 45 000 Euro Förderung. Schätzungsweise 7000 Arbeitsstunden haben Vaupel und sein Vater zudem in das Haus gesteckt. Sogar das Geländer im angebauten Treppenhaus hat der Kfz-Techniker-Meister selbst geschweißt. „Wenn mir mein Vater nicht seine Hilfe zugesagt hätte, dann hätte ich die Finger davon gelassen.“ Architekt Jürgen Scheller bestätigt: „Es war eine Ruine.“

Auch Reinhold Jokic hatte sich einiges vorgenommen: Im Juli 2013 begann er mit der ökologischen Sanierung seines Hauses - Baujahr 1893, das er eigentlich gar nicht kaufen wollte: „Ich wollte nur die Scheune neben dem Haus für meine Schlepper haben.“ Für das 95 Quadratmeter große ebenerdige Haus, das sechs Jahre leer stand, hatte der gelernte Maschinenbaumeister keine Verwendung - bis ihn Bürgermeister Karl-Friedrich Frese auf die Dorferneuerung hinwies.

Obwohl Jokic die komplette Wasser- und Heizungsinstallation selbst gemacht hat, habe er mit 100 000 Euro schon 30 000 Euro mehr ausgegeben als geplant; ebenso hoch wie die Mehrausgabe war der Zuschuss.

Auch Jokic legt Wert auf die Geschichte seines neuen alten Hauses: Im Wohnzimmer gibt ein Glasbilderrahmen den Blick auf die alte Bausubstanz frei, im Flur sehen Besucher durch eine Glasplatte den alten Brunnen im Keller. Acht Privatleute haben seit 2009 eine Förderung erhalten. „Ich hätte mir durchaus mehr private Anträge vorstellen können“, sagt Walter Rinklin vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung beim Landkreis. Bis zum 30. September 2016 Jahres kann die Förderung noch beantragt werden.(gsk)

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