Todenhäuser präsentieren am Sonntag, 24. Juni, erstmals einen Hugenotten- und Waldensermarkt

Neuer Markt spielt mit Traditionen

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Wetter-Todenhausen - Die Todenhäuser überraschen in diesem Jahr mit einem Marktangebot für die ganze Familie. Mehr als 40 Aussteller werden dabei sein.

Die Frankfurter Grüne Sauce ist gar nicht so hessisch wie sie klingt. Es gibt Quellen, die eine Einfuhr des Rezeptes aus Italien vorschlagen, doch viel wahrscheinlicher ist es, dass sie von den Hugenotten aus Frankreich nach Hessen mitgebracht wurde. Deshalb wird die grüne Sauce auch anlässlich des Hugenotten- und Waldensermarktes am 24. Juni in der „Colonie“ Todenhausen auf dem Speiseplan stehen.

Todenhausen ist mehr als nur ein Ort an der Bundesstraße 252, sagt Todenhausens Ortsvorsteher Ralf Funk.

Auch wenn derzeit kein historisches Jubiläum ansteht, so machte sich der Ortsbeirat doch ein paar Gedanken, was man in Todenhausen der Öffentlichkeit einmal präsentieren möchte. Und natürlich besann man sich dabei auf die Dorfgeschichte, die ganz eng mit den Hugenotten verknüpft ist. Herausgekommen ist also ein großer Markttag, der auch viele Besucher von außerhalb anziehen soll. Mehr als 40 Aussteller haben schon zugesagt, an diesem besonderen Markttag teilzunehmen. Dabei werden Kunsthandwerk und traditionelles Handwerk eine große Rolle spielen.

Der im Juni 2011 eingerichtete Festausschuss, bestehend aus 17 Todenhäusern, hat sich sehr viel einfallen lassen, ihren Ort einmal ganz anders zu präsentieren. Deshalb hat der Festausschuss auch darauf geachtet, dem Markt ein französisches Flair einzuhauchen, schließlich war Frankreich die Heimat der Hugenotten vor ihrer Vertreibung.

Der Name Hugenotten bezeichnet keinen Volksstamm, viel mehr wurden so ab 1560 in gebräuchlicher Form protestantische Franzosen bezeichnet. Auch wenn die Integration der Flüchtlinge im hiesigem Gebiet nicht gerade einfach war, so hat sich Todenhausen immer seiner besonderen Geschichte erinnert und alles über das Leben und schließlich auch das Zusammenleben mit den Colonisten im Archiv der Alten Schule gesammelt. Die Aussteller stammen zum größten Teil aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, sieben kommen aus Todenhausen selbst. Man darf gespannt sein, was es alles für Produkte aus diesem Ort geben wird. Der Tradition folgend werden sich auch einige Todenhäuser in Tracht präsentieren. Was gibt es alles im Angebot? Sehr viel. Unter anderem Holzschnitzerei, Strickwaren, handbemaltes Porzellan, Naturfloristik, Hessenstickerei und allerlei Eingemachtes, Liköre und Wein. Neben der Grünen Sauce verwöhnen die Todenhäuser unter anderem kulinarisch mit Quiche Lorraine.

Für musikalische Unterhaltung sorgen die Stadtkapelle Wetter und der Posaunenchor Todenhausen. Für die ganz jungen Gäste gibt es ein Extra-Programm, das vom Kindergottesdienst-Team erarbeitet wurde.

Der besondere Tag fängt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der dann wohl wieder Gerüst freien Kirche an.

Um 11 Uhr wird dann der Markt eröffnet. Weitere Programmteile sind Führungen durch das Archiv und die Kirche sowie Vorführungen der Voltigiergruppe.

Für auswärtige Gäste stehen große Parkflächen zur Verfügung. Um 18 Uhr soll der Markt beendet werden. „Wir freuen uns auf diesen Markttag. Die Planung und Umsetzung fördert auch den Gemeinsinn im Dorf“, sagt Ralf Funk.

Von Götz Schaub

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