Dorfmittelpunkt

Neuer Mittelpunkt für Rengershausen

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Ein Stelen-Brunnen in der Mitte und der bekannte Maibaum als Zentrum: So könnte der Rengershäuser Dorfplatz nach der Umgestaltung aussehen. Die Einwohner haben allerdings bereits einige Änderungswünsche.Grafik: Stadt Frankenberg/Christina Müller

Frankenberg-Rengershausen - Eine Steele mit Wasserspielen - oder mehrere. Eine Treppe mit Sitzstufen - oder mit Blumenbeeten. Für die Gestaltung des Dorfmittelpunktes in Rengershausen gibt es viele Ideen aus der Bevölkerung des Dorfes.

Die Rengershäuser sind nicht wirklich zufrieden mit ihrem Dorfmittelpunkt im Bereich Braunshäuser Straße und Hombergstraße. Daher wünschen sie sich einen neu gestalteten Platz zum Feiern und Zusammenkommen. Stadtbauamt und Ortsbeirat haben dafür ein Konzept erarbeitet, dass Bauamtsleiter Karsten Dittmar den Dorfbewohnern am Montagabend präsentierte.

Nach den Planungen soll das neue Zentrum des Walddorfes direkt westlich der Kreuzung der beiden Straßen entstehen. Bereits heute bildet dieser Bereich zusammen mit der Bushaltestelle den Dorfmittelpunkt – ohne jedoch zum Verweilen einzuladen. Die Rengershäuser beklagen, dass der Platz zum Feiern zu eng sei, der Brunnen keine Augenweide. Dass soll sich ändern und die Bauarbeiten könnten schneller beginnen, als so mancher Einwohner vermutet hätte.

„Wir planen, die Umgestaltung zeitgleich mit den Bauarbeiten an der Kreisstraße 126 umzusetzen“, erläuterte Baumatsleiter Karsten Dittmer den Bürgern bei einer Informationsveranstaltung im Haus des Gastes. Die K126 ist in der Ortslage die Braunshäuser Straße. Nach Planungen von Hessen Mobil in Bad Arolsen seien die Arbeiten an der Straße bereits für das Jahr 2013 angesetzt. Dementsprechend soll das Projekte „Dorfmittelpunkt Rengershausen“ mit einem Gesamtumfang von etwa 110.000 Euro ebenfalls im nächsten Jahr angegangen werden. Die Stadtverordneten haben bereits in den Jahren 2011 und 2012 Geld für das Projekt zur Verfügung gestellt. Schon Ende des nächsten Jahres könnten die Rengershäuser so ihren neuen Dorfmittelpunkt offiziell eröffnen.

Sie haben einiges vor – ohne die Grundfläche des bisherigen Dorfplatzes zu verändern. Den Mittelpunkt des Geländes soll, so wie bisher, der große Maibaum bilden. Das ist jedoch zugleich ein Problem, wie Dittmar erläuterte: „Das großflächige Fundament erlaubt es nicht, den Platz zu begrünen“, sagte er. Zwar seien Beete angedacht und die seien auch problemlos zu erhalten, aber eine weitergehende Bepflanzung als bislang sei kaum möglich. Im Gegenteil sollen einige wenige Pflanzen entnommen werden, um Platz zu schaffen für die „Hauptattraktion“ des Dorfplatzes: einen neuen Brunnen.

Gespeist von einem Kanal vom Hochbehälter oberhalb des Dorfes soll eine Stele ständig für erfrischende Kühle sorgen, auch wenn das Wasser nicht zum Trinken geeignet ist. Sorge kam bei den Rengershäusern jedoch wegen des ständig nachlassenden Wasserdrucks auf: Seit Jahren würde weniger Wasser durch den Kanal fließen, der durch Regenwasser gespeist wird. Niemand wolle einen Brunnen, der ein wenigen Jahren kein Wasser mehr führe. Schnell kam am Montagabend die Idee auf, den Tiefenbach anzubohren. „Der hat immer genug Wasser“, sagte Ortsvorsteher Wolfgang Dauber. Das allerdings, gab Dittmar zu bedenken, müsse mit dem Abwasserwerk geklärt werden, denn der Tiefenbach ist in der Rengershäuser Ortslage verroht. Auch die Untere Naturschutzbehörde müsse bei einem fließenden Gewässer ihr Einverständnis erklären.

Der Brunnen soll ebenerdig sein – so wie auch die ganze Anlage barrierefrei ist: Von oben können ältere Menschen, Gehbehinderte oder Eltern mit Kinderwagen problemlos zu dem Brunnen gelangen. Ebenfalls mit dem Wasser aus dem Kanal und eventuell dem Tiefenbach soll eine Wasserentnahmestelle gespeist werden. Sie soll in einem stufig angelegten Beet stehen. Nach den Planungen des Stadtbauamtes handelt es sich dabei um ein ventillose Konstruktion, die ähnlich dem Brunnen immer Wasser führt.

Einiges soll sich auch in der Hombergstraße ändern. Die Anwohner beklagten gerade im Kreuzungsbereich den Lärm abbiegender Fahrzeuge. Anders als bisher soll die Straße künftig nicht mehr gepflastert, sondern asphaltiert sein – „denkbar ist aber, einen gepflasterten Streifen einzuziehen, der den Beginn des beruhigten Bereiches rund um Dorfplatz und Bushaltestelle markiert“, erläuterte Dittmar den Zuhörern im Haus des Gastes.

Auch direkt an der Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite soll sich vieles ändern: Während der Gedenkstein an das Dorfjubiläum derzeit noch ein Schattendasein am Rande des Dorfplatzes fristet, soll er nahe an das Wartehäuschen und so in die optische Mitte des Platzes gerückt werden. Die Info-Tafel am Backhaus soll ebenfalls an die Haltestelle gerückt werden – nach Vorschlägen von Bewohnern eventuell auch in das Häuschen. Ein Beet soll den Haltestellenbereich zudem optisch abgrenzen.

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