Frankenberg

Neues Buch über „jüdisches Leben" in Frankenberg

- Frankenberg (vk). Das vom Frankenberger Stadtarchivar Dr. Horst Hecker verfasste Werk ist erschienen.

Mehr als 65 Jahre nach dem Ende des „Dritten Reichs“ und fast sieben Jahrzehnte nach der Deportation der letzten jüdischen Bürger in die Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten stellt der Frankenberger Geschichtsverein das umfangreiche Werk in einem festlichem Rahmen öffentlich vor. Dazu lädt er am Freitag, 30. September, um 19.30 Uhr in das Jugend- und Gemeindzentrum der evangelischen Gemeinschaften Frankenbergs in der Ruhrstraße 23 ein.

Fast 600 Seiten

Das fast 600-seitige Buch enthält viele historische Fakten, Dokumenten, Familiengeschichten und Bilder. Viele Jahre hat der aus Haubern stammende Historiker Material gesammelt, um eine Geschichte der einstigen jüdischen Gemeinde in Frankenberg vorzulegen. Den letzten Anstoß dazu gab das Projekt der Frankenberger Initiativgruppe „Stolpersteine“, das im Herbst 2006 begonnen hat:Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat dabei für 38 ermordete Einwohner der Stadt erstmals ein namentliches Gedenken erreicht, indem er kleinen Messingplatten vor ihren früheren Wohnhäusern auf den Bürgersteig gesetzt hat. Vorbereitend gelang es Horst Hecker, Schicksale zu klären und Verbindungen mit Archiven sowie noch lebenden, nach Übersee ausgewanderten Nachfahren herzustellen. Einen weiteren Anstoß für seine Forschungen gab die Arbeit des früheren Vorsitzenden des Geschichtsvereins und ehrenamtlichen Stadtarchivars Heinz Brandt (1912 bis 1996). „In fast 30-jähriger unermüdlicher Arbeit trug er eine umfangreiche Materialsammlung für eine Geschichte der jüdischen Gemeinden im Altkreis Frankenberg zusammen“, sagt der 47-jährige Forscher. Doch Brandt starb 1996 vor der Vollendung einer Veröffentlichung. Seinen Nachlass durfte Dr. Hecker für seine Forschungen mit verwenden.

Vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert reichen die Quellen, die Dr. Hecker in den Archiven erschlossen hat. Dabei stieß er zum Beispiel bei der Berlin er Stiftung Neue Synagoge auf die Akten des Kreisvorstehers der israelitischen Gemeinden im damaligen Kreis Frankenberg. Für seinen Schwerpunkt der Geschichte der jüdischen Familien war das Judenregister aus hessischen Gemeinden im Wiesbadener Hauptstaatsarchiv eine wichtige genealogische Fundgrube. Viele Daten hat er auch im Briefkontakt mit Nachfahren ermittelt, selbst wenige Tage vor Redaktionsschluss für sein Buch trafen noch letzte Fotos von ehemaligen Frankenberger Juden ein. Den Verfolgten gewidmet Gewidmet hat Horst Hecker sein umfassendes Werk „den jüdischen Männern, Frauen und Kindern der Stadt Frankenberg und der Familie Bachenheimer in Röddenau, die unter der nationalsozialistischen Verfolgung leben, leiden und sterben mussten“. An sie soll am Freitag auch während der Buchvorstellung mit Bildpräsentation mit Wort, Musik und dem Kaddisch-Gebet besonders erinnert werden. Dazu lädt der Frankenberger Geschichtsverein alle Interessenten in das Zentrum ein. Dort können auch die ersten Exemplare des Buches „Jüdisches Leben in Frankenberg“ zum Preis von 30 Euro erworben und vom Autor signiert werden.

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