Landkreis investiert 52.000 Euro in Sicherheit von Kindern

Neues Fahrzeug samt Anhänger für die Jugendverkehrsschule der Polizei

Frankenberg - Grün-gelb leuchtende Fahrräder, Helme, Stopp- und Einbahnstraßenschilder, funktionierende Ampeln und Werkzeug – das alles findet sich im neuen Transporter mit Anhänger der Jugendverkehrsschule der Polizei.

Jedes Jahr bringen Polizeibeamte in der Jugendverkehrsschule des Landkreises knapp 2000 Grundschülern das richtige Verhalten im Straßenverkehr bei. Die Kinder lernen auf dem Fahrrad die Verkehrsregeln kennen, üben das Abbiegen und erfahren, in welchen Situationen sie warten oder besonders vorsichtig sein müssen. Dazu bauen die Beamten der Polizei mit ihrer Ausrüstung einen Parcours auf, in dem es Einbahnstraßen, Kreuzungen zum Links- und Rechtsabbiegen, Stoppschilder und Fußgängerampeln gibt. Dort bereiten sie die Kinder auf die erste Fahrt im echten Straßenverkehr vor. Fast 20 Jahre lang wurden Fahrräder, Ampeln, Schilder und Begrenzungsleisten in einem Lastwagen transportiert. Er wurde nun ausgemustert.Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat für 52 000 Euro einen großen Transporter samt Anhänger gekauft. Das Land Hessen hat davon 8200 Euro gezahlt. Am Montag übergab Landrat Dr. Reinhard Kubat den VW-Transporter und den Anhänger an den Leiter der Polizeidirektion Wal-
deck-Franken-berg, Hubertus Hannappel. Anwesend waren auch die Beamten der Jugendverkehrsschule, Schulleiterin Christiane Lücke, Friedhelm Pfuhl und Heiko Bangert vom Fachdienst Schulen des Landkreises sowie Pierre Brandenstein vom Schulelternbeirat der Wigand-Gerstenberg-Schule und der stellvertretende Vorsitzende der Kreisverkehrswacht, Ferdinand Hagenbach.

Kubat dankte allen, die dafür Sorge tragen, dass die Kinder aus dem Landkreis sicher am Straßenverkehr teilnehmen können. Hannappel betonte, das neue Fahrzeug nutze nicht nur den Kollegen, sondern vor allem den Schülern. Auch er dankte den Beamten, die für die Jugendverkehrsschule freigestellt sind und die diese Arbeit seit vielen Jahren „sehr gut, motiviert und mit einer gewissen inneren Berufung“ erledigten.
 Ferdinand Hagenbach, stellvertretender Vorsitzender der Kreisverkehrswacht, machte auf die Bedeutung der Verkehrserziehung aufmerksam. Im Jahr 1969, bevor es diese Art der Verkehrserziehung gab, habe die Zahl der im Straßenverkehr tödlich verunglückten Kinder deutschlandweit bei 2300 gelegen. 1971 wurden die Jugendverkehrsschulen gegründet. 25 Jahre später war die Zahl auf 417 im Straßenverkehr verstorbene Kinder gesunken, im Jahr 2010 seien es noch 104 gewesen – trotz der deutlich gestiegenen Zahl der Fahrzeuge. „Die Arbeit von damals bis heute hat sich also gelohnt“, resümierte Hagenbach. Und es lohne sich, weiterzumachen.Die Klasse 4a der Wigand-Gerstenberg-Schule sorgte für den passenden Rahmen: Die Jungen und Mädchen sangen unter der Leitung ihrer Musiklehrerin Heidi Müller ein Lied über das verkehrssichere Fahrrad, von einigen Schülern auf der Blockflöte begleitet, und trugen dazu passend ihre Helme und leuchtenden Warnwesten.

Von Andrea Pauly

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