Hallenberg

Neues Gemeindezentrum eingeweiht

- Hallenberg (gi). Die evangelischen Christen aus Hallenberg, Hesborn, Braunshausen und Liesen haben seit Sonntag ein von Grund auf saniertes Gemeindezentrum. Zweieinhalb Jahre haben Planung und Ausführung gedauert.

Rund 400.000 Euro hat das Projekt gekostet. Entstanden ist ein modernes einladendes Gemeindezentrum für die rund 800 evangelischen westfälischen Christen der Kirchengemeinde Bromskirchen, die mit Somplar, Neuludwigsdorf und Dachsloch etwa 1800 Gemeindeglieder zählt.Probst Michael Karg aus Herborn, Pobstei Nordnassau, segnete den neuen Bau: „Hier ist der Ort, an dem wir frei werden und Gemeinschaft erfahren“. Anschließend bestückten Kirchenvorstandsmitglieder den neuen Altar mit Kelch, Bibel und Blumen. Das lila Altartuch – Farbe des Advents – spendete Bürgermeister Michael Kronauge aus Hallenberg.

Pfarrer Ernst Dieter Mankel war es, der die Bauarbeiten von Anfang an begleitete und vorantrieb – in bestem Einvernehmen mit dem Architekturbüro Joachim Arlt aus Hallenberg: „Ursprünglich sollten vier Klodeckel und eine Dachrinne erneuert werden“, witzelte der Architekt, „doch daraus ist dann mehr geworden“.

Mankel, durch einen schweren Unfall mit dreifachem Oberschenkelbruch gehandicapt, war an Krücken zur Einweihungsfeier gekommen: „Ich freue mich, dabei sein zu können.“ Als er die nicht unerheblichen Projektkosten von 400 000 Euro auflistete, ging ein Raunen durch die Reihen der rund 250 anwesenden Christen. Rund 200 000 Euro steuert die Evangelische Landeskirche von Hessen-Nassau bei. Der Rest muss aus Spenden und beachtlichen Eigenleistungen in Höhe von 10 000 Euro sowie ein zinsloses Darlehen gedeckt werden.

Dank zollten Mankel und sein Amtsbruder Pfarrer Dr. Uwe Buß dem Unternehmer Dieter Kusch, der die komplette Bestuhlung sowie weitere zwölf Sessel und einen Konferenztisch im Wert von insgesamt 20 000 Euro spendete. Das Raumprogramm umfasst einen großen, hellen Gottesdienstsaal, einen Versammlungs- und Jugendraum, einen Konferenzraum, eine Küche sowie neue Sanitäranlagen.

Die „Künstler“ der Landeskirche Hessen-Nassau, Dr. Markus Zink, Marie-Louise Frei-Jansen und Johann Peter Reuter erläuterten die neue Innenausstattung, speziell im Gottesdienstraum. Der Altar ist auch Buchenholzblöcken mit einer wuchtigen Schieferabdeckung gefertigt. Das Kreuz und die Fenster passen sich hervorragend ins Gesamtbild ein.

In einem Grußwort erinnere Bürgermeister Kronauge an die Geschichte des Gemeindezentrums, das vor 51 Jahren als „Jugend und Kinderheim“ errichtet worden war; damals unterstützt vom Land Nordrhein-Westfalen. Seit dem habe sich in Hallenberg vieles positiv verändert. Unter anderem seien im Laufe der Zeit auch die Kirchen aufeinander zugegangen.

Bürgermeister Karl-Friedrich Frese aus Bromkirchen vertrat die Auffassung, das „neue Zentrum“ verursache „Strahlkraft“. Denn auch in Bromskirchen sei ein neues evangelisches Gemeindezentrum vonnöten. Sobald Pfarrer Mankel die Krücken aus der Hand gelegt habe, werde man die Sache in Angriff nehmen.

Weitere Grußworte sprachen Liesel Hallenberger aus Frohhausen im Namen des Biedenkopfer Synodalvorstands und Karl-Heinz Bastet für die „Frankenberber Tafel“. Er überbrachte auch Glückwünsche von Dekanin Ute Zöllner aus Frankenberg.

Der 80-jährige Pfarrer i. R. Achim Zell aus Hamburg, der vor 51 Jahren das Zentrum ins Leben rief, erinnerte an die Zeit des „Hand- und Spanndienstes: „Und mit der Ökumene war es auch nicht weit her“. Er habe es damals geschafft, den unvergessenen Kirchenpräsident Martin Niemöller nach Hallenberg zu holen. Zell: „Ein Stück meines Herzens ist in Bromskirchen geblieben.“ Er appellierte an das Auditorium; „das Schiff Kirche auf Kurs zuhalten“

Musikalisch umrahmt wurde die Einweihungsfeier von Posaunenchor Bromskirchen und Marius Schmidt an der Orgel. Anschließend trafen sich Gäste und Gastgeber zu einem gemeinsamen Essen und Kaffeetrinken.

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