Frankenberg

Neues Gesetz fördert Einsatz von Gülle

- Frankenberg (jos). Derzeit prüfen die potenziellen Bauherren einer industriellen Biogasanlage an der Kreisstraße 117, ob sich der Einsatz von Gülle und Mist tatsächlich finanziell lohnt. Eine zusätzliche Geruchsbelästigung sei jedenfalls nicht zu 
befürchten, betont Walter Dersch vom Maschinenring auf FZ-Nachfrage.

Während die 
Gegner der Anlage mit einer Klage gegen den von den Stadtverordneten beschlossenen neuen Bebauungsplan drohen, verhandeln die potenziellen Investoren mit Landwirten über Lieferverträge für Gülle und Mist: Die Frankenberger Biogas-Diskussion birgt also nach wie vor Zündstoff.

Doch einen für die Gegner wohl entscheidenden Punkt beim Thema Gülle und Mist entkräftet Walter Dersch sofort: „Der Einsatz bedeutet nicht mehr Geruch.“ Im Gegenteil geht Dersch sogar davon aus, dass die Geruchsbelästigung der Anlieger durch den Einsatz von Gülle und Mist in der Biogasanlage insgesamt geringer wird: „Bei der Anlieferung werden die Güllefässer direkt an den Fermenter angedockt“, erläutert Dersch, die tierischen Ausscheidungen gelangen also gar nicht in die Umwelt. In einem „geschlossenen System“ wandle die Anlage Mist und Gülle in Biogas um. Als Abfallprodukt entsteht ein Substrat, das als Dünger genutzt wird. Diese Gärreste riechen laut Dersch deutlich weniger streng als die Gülle, die sonst auf die Felder aufgebracht wird.

Ursprünglich sollte die Biogasanlage nicht mit Gülle und Mist betrieben werden, weil es dafür bislang keine staatliche Förderung gab. „Durch eine Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes soll es ab 2012 aber auch für den Einsatz von Gülle und Mist einen Bonus geben“, berichtet Dersch. Dadurch soll das Prinzip der Umwandlung von tierischen Ausscheidungen in Energie wirtschaftlich rentabel werden. Der Naturschutzbund befürwortet dieses Prinzip. Er hat die Biogasanlage bislang abgelehnt, weil der Einsatz von Gülle zunächst nicht vorgesehen war.

Mit dem neuen Konzept will Karl-Heinz Schleiter, Geschäftsführer der Energiegesellschaft Frankenberg (EGF), die Naturschützer nun überzeugen. Nicht überzeugen wird Schleiter indessen die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen die Anlage, die jüngst mit Klagen gedroht hat (FZ berichtete am Montag). „Es war damit zu rechnen, dass Klagen kommen“, sagte Schleiter gestern im Gespräch mit der FZ. Den möglichen Gerichtsverfahren blickt er aber gelassen entgegen. „Ich glaube nicht, dass die Klagen Erfolg haben werden.“

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 5. August.

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